Wespenblech Forum Vespa Technik Technik Vespa Largeframe Die 4000km Inspektion

Dieses Thema enthält 7 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von R. T. Peters R. T. Peters vor 1 Monat, 2 Wochen.

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  • #14921
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    Habe im Vespabuch von Hans.J.Schneider gelesen, dass man alle 4000km oder einmal im Jahr den Motor einer Vespa komplett zerlegen soll, um zB. Den Zylinder und Kopf von Innen zu reinigen !

    Ähm wie macht ihr dass oder ist das ne Sache aus den 70iger Jahren ?!

     

    Frank…

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  • #14923
    R. T. Peters
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    Hallo Frank

    Um den Zylinder mit Kolben zu reinigen, muss man nicht den ganzen Motor zerlegen. Es reicht, wenn Du den Vergaser runter nimmst und den Zylinder. Beim Vergaser habe ich festgestellt, dass dieser einmal im Jahr gereinigt werden sollte. Da setzt sich in den Düsen und in der Schwimmerkammer ordentlich Schmodder ab. Beim Zylinder ist das so eine Sache. Mittlerweile sind die Motoröle sehr gut für den Zweitakter Mix und dann setzt sich bei vielen Ölen auch nicht mehr so viel ab. Trotzdem sollte man den Zylinder hin und wieder prüfen und gegebenenfalls reinigen. Sieht der Kolben, wie auf folgendem Foto aus:

    Asso, Kolben, Vespa, PX, 200, modifiziert, 210, 68,5mm, Malossi, 210, Polossi

    Dann ist zwar noch nicht Holland in Not. Trotzdem sollte man die Schmutzpartikel vom Kolben entfernen. Für das Kolbendach benutze ich Schleifvlies. Ganz gut gehen auch Scheuerlappen für Kochtöpfe. Damit bekommst Du den Schmutz entfernt, ohne dass Du das Material des Kolbens stark angreifst. Eventuell den Kolben vorher mit Kriechöl „einweichen“. Der Schmutz lässt sich dann schneller und einfacher entfernen. Ganz wichtig sind auch die Kolbenringnuten. Die werden meistens vergessen. Ich benutze für die Nuten Steichhölzer oder Zahnstocher. Du kommst gut in die Nut rein und kannst den Dreck entfernen, ohne das Material zu beschädigen. Ich habe schon Leute gesehen, die nehmen da einen Schraubendreher oder eine Schere, da kriege ich immer hoch stehende Nackenhaare 

    Anbei kannst Du auch das Stoßspiel der Ringe messen. Dazu habe ich bereits was geschrieben.

     

    Den Zylinderkopf und den Auslass bekommt man auch gut mit Schleifvlies gereinigt.  Ich habe mich auch schon dabei erwischt, dass ich mit einem Dremel und Schleifrollen den Auslass „aufgeräumt“ habe. Gerade im Auslass backt der Schmodder durch die Hitze richtig fest.

    Wenn Zylinder und Vergaser ab sind, so kannst Du auch mal den Drehschieber prüfen auf Riefen bzw. das Spiel prüfen (Achtung! Mit Musik!).

    Das Pleuel der Kurbelwelle kannst Du prüfen, indem Du ein 0,5 mm Messblatt von einer Fühlerlehre zwischen Pleuel und Kurbelwange schiebst. Wenn das Blatt in den Ritz rein passt, dann sind die Distanzscheiben auf dem Hubzapfen verschlissen und müssen gewechselt werden.

    Was Du auch noch machen kannst: Axial und horizontal am Lüfterrad rütteln. Wenn dort Spiel ist, dann sind die Lager verschlissen und der Motor muss geöffnet werden für neue Lager.

    Wenn ich wirklich viel fahre (mehr als 10.000 km im Jahr), dann öffne ich einmal im Jahr den Motor (meistens zwischen Weihnachten und Neujahr) und dann wird alles überprüft. Beispielsweise auch Getriebespiel, Schalltkreuz, Getriebezahnräder usw. In der Vergangenheit habe ich den Fehler gemacht und gedacht, wenn der Motor läuft, dann kann auch nichts kaputt gehen. Folge war dann nach ca. 2 Jahren Autobahn ein kaputtes Hubzapfenlager (Die Kurbelwelle hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über 40.000 km mit viel Autobahn weg).

    Wenn man im Jahr nur 2000-3000 km fährt so kann man eine intensive Inspektion des Motors (Also Motor öffnen) auch auf alle 2 bis 3 Jahre verschieben.

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  • #14924
    P200E
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    Gut ok, da der Motor ja grade komplett zerlegt und dann mit einem Malossikit neu aufgebaut wird brauch ich nächstes Jahr dann nix zerlegen….

     

    Frank …

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  • #14927
    Winfried
    Winfried
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    Gut ok, da der Motor ja grade komplett zerlegt und dann mit einem Malossikit neu aufgebaut wird brauch ich nächstes Jahr dann nix zerlegen…. Frank …

    Wenn Du im Zusammenhang mit dem Malossieinbau die übrigen Bauteile des Motors auf ihren technischen Zustand überprüfst und alles im grünen Bereich ist, hast Du je nach Laufleistung und Fahrstil gut und gerne 2 Jahre Ruhe.

    Die von Piaggio raus gegebenen Inspektionsrichtlinien sind von der Grundüberlegung her (Ein Motor hält nicht ewig, schau hin und wieder mal nach…) richtig und wichtig. Ich habe mich früher an diese speziell von Piaggio heraus gegebenen Inspektionsrichtlinien gehalten.

    Irgendwann, wenn man häufig und nachhaltig eine Vespa PX fährt, entdeckt man regelmäßige, sich wiederholende Verschleißerscheinungen am Motor. Und dann passt man die intervallartigen Überprüfungen am Motor entsprechend diesen Verschleißerscheinungen an. Trotzdem sollte man auch die anderen Bauteile im Motor nicht außer Acht lassen.

    Der Vespa Motor ist so aufgebaut, dass man den Motor nicht ohne Grund öffnen muss, nur um zu überprüfen, ob alle Bauteile noch ok sind.

    Fahrzeugpark: GTS 300, PX 200 Lusso mit GS-Polini

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  • #14931
    Rollo
    Rollo
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    …… Irgendwann, wenn man häufig und nachhaltig eine Vespa PX fährt, <span>entdeckt man regelmäßige, sich wiederholende Verschleißerscheinungen am Motor ….

    </span> Genau so gehe ich mittlerweile vor. Ich erkenne Verschleiß an der Kupplungseinstellschraube. Wenn die bereits weit heraus gedreht ist, dann wird es Zeit für neue Beläge. Korb und Ritzel halten ewig. Den Zylinder überprüfe ich alle 10.000 km auf Schmutzpartikel und entferne diese. Die 4000er Intervalle sind meiner Meinung nach veraltet im Bezug auf Zylinderreinigung. Vielleicht war das in den 1970er Jahren nötig, wegen der Qualität des damaligen Motoröls. Ich lese gerade im Schneider:

    Zylinderkopf, Zylinder, Kolben,Kolbenringe prüfen. 4000 (nur ältere Modelle), sonst nur bei Leistungsabfall: Brennraum/Zylinderkopf, Kanäle/Zylinder, Kolben, Auspuff von Verbrennungsrückständen befreien.

    Also Schneider sieht die Notwendigkeit einer Insepktion nach 4000 km nur bei alten Modellen, wobei ich jetzt nicht weiß, was für Schneider die alten Modelle sind. Eventuell die mit Kontaktzündung? Ansonsten verweist er auf das Entfernen der Verbrennungsrückstände nur bei Leistungsabfall. Also 10.000 km finde ich besser. Irgendwann hast Du dermaßen viel Dreck auf dem Kolbendach, dass dieses abbröselt und eventuell die Laufbahn beschädigt oder noch schlimmer.

    1+
  • #14932
    M. A. Bernert
    M. A. Bernert
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    Der Auspuff wird von vielen vergessen. Wenn ich das ganze Jahr über durch die Stadt tucker, dann setzt sich der Auspuff zwar nicht ganz zu, aber es bleiben schon Verbrennungsrückstände dort. Wenn ich dann zwischendurch eine längere Tour fahre über 500 km auch mit höheren Geschwindigkeiten, dann merke ich, wie sich der Motor wieder frei fährt. Wenn man bei 10.000 km den Zylinder reinigt und wenig Autobahn fährt oder über Land, sollte man auch den Auspuff ausbrennen.

    Pferd wurde irgendwann langweilig. Jetzt fahre ich Roller.

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  • #14935
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    In dem Zusammenhang wäre es auch interessant, ob es noch eine andere Möglichkeit gibt den Auspuff innen sauber zu bekommen also ohne Ausbrennen ?!

    Für die alten Dieseltrakoren zB gibt es eine Flüssigkeit die in den abmontierten Auspuff gegeben wird und nach einer Einwirkzeit den Russ und Ablagerungen innen lösen soll.

    Ich hab das mal gelesen, weiß aber nicht mehr wo und was es war …

     

    Frank…

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  • #14936
    R. T. Peters
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    Der Auspuff schmockt mit der Zeit zu. Das wirkt wie eine Drossel. Weil der Auspuff und sein genau bestimmtes Volumen und Form so entscheidend für die Leistungsentfaltung eines Zweitakters ist, ist es natürlich keine Einbildung, dass der Motor dann wieder besser 
    zieht, nachdem der Auspuff sein ursprüngliches  Resonanzvolumen wieder erhält.

    Chemisch habe ich einen Auspuff noch nicht behandelt. Ich habe mal einen Auspuff ausgebrannt. Das kannst Du nur im Freien machen und irgendwo dort, wo Dir keiner auf die Finger schaut. Die Reinigung ist eine ziemliche Sauerei und lohnt sich nur für Auspuffanlagen, die noch 100% in Ordnung sind. Schweinemetallanlagen müssen danach neu schutzbeschichtet werden. Edelstahlanlagen benötigen logischerweise keinen Schutzlack. Ich habe einen Gasbrenner genommen. Das funktioniert ganz gut.

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