Die Kreisstadt Recklinghausen (westfälisch ′Riäkelhusen′) liegt im nördlichen Ruhrgebiet, im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. In der traditionsreichen Vestlandhalle in der Kurt Oster Straße an der Herner Straße fand Anfang März 1993 die 1. Internationale Custom Show statt. Die Vestlandhalle ist eine Veranstaltungshalle mit Bühne und einem 50.000 qm großem Freigelände mit optimaler Verkehrsanbindung. Sie wurde 1957 eröffnet. Heute ist sie gerade bei Motorbegeisterten bekannt für den Ruhr Treff, einem Oldtimer & Youngtimer-Markt. Die jährliche Palmkirmes zur Osterzeit findet hier ebenfalls statt.Rollerfahrer treffen auf dem Parkplatz vor dem Gelände der Vestlandhalle ein.Mein erstes Rollertreffen

Die Customshow in Recklinghausen war mein erstes besuchtes Rollertreffen überhaupt. Erfahren haben mein Kollege Kay und ich über dieses Treffen durch unsere Schulkollegin Nadine, welche in einem ortsansässigen Rollerclub über die Veranstaltung wusste. An Samstag, dem 6. März wurde Recklinghausen Süd regelrecht aufgemischt durch Rollerfahrer aus ganz Deutschland. Zwar war Recklinghausen zu jener Zeit eine Hochburg in Sachen Rollerszene mit offiziellen Vespa Clubs, als auch Rollerfahrgemeinschaften (Rollerfreunde Vest) und Scooter Clubs (Combat Pilots, Toxid Lizards und später die Hypnotic Clowns). An diesem Tag war jedoch offensichtlich, dass in Recklinghausen irgendetwas mit ganz vielen Motorrollern stattfand.

Rollertreiben in Recklinghausen

Über die Besucherzahlen ist nicht mehr viel bekannt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass weit über 1000 Schaltrollerbegeisterte angereist waren. Auf der Herner Straße fuhren unzählige Wespenrudel die Straße hoch und runter. Sogar alte Heinkelroller haben wir gesehen. Die Tankstellen füllten sich auf mit dem klassischen Blech aus Italien. Die damalige Makaber, bei den Einheimischen auch bekannt gewesen als Mackerbar in der Innenstadt, war ebenfalls Treffpunkt in der Nähe der Gustav Adolf Kirche.

Auf dem Gelände der Vestlandhalle

Vor der Vestlandhalle gab es viele Stände von Privaten als auch von offiziellen Rollerläden. Zu kaufen gab es Vespateile aus den Bereichen Tuning und Oldtimer, so wie Originalteile auch aus zweiter Hand. T-Shirts, Pullover, Sticker, Patches und Biertücher konnten ebenfalls käuflich erworben werden. Es gab Bierstände und Imbißbuden, wo der Hunger gestillt werden konnte. Die Motoretta, das Szenemagazin der damaligen Schaltrollerfahrer im deutschsprachigen Raum hatte ein Heimspiel, denn diese Zeitschrift kam aus Recklinghausen. Viele der ausgestellten Roller waren aus der Motoretta bekannt oder wurden nach der Customshow in der Motoretta in einem Artikel vorgestellt.

In der Vestlandhalle

In der Vestlandhalle selbst wurden die Custom Scooter ausgestellt. Aus vielen Regionen in Deutschland gab es Vespas und Lambrettas zu bestaunen. In Erinnerung geblieben ist mir die Beauty and Mean, welche ich 1 Jahr später auch auf dem 1. Scooter Run des Hidden Power SC› Hagen gesehen habe. Der Roller viel besonders in das Auge wegen seiner aufwendigen Lackierung und dem Drop Bar.

Custom Scooter

Die Liste der ausgestellten Roller ist nicht komplett.

  • Vespa PX „Sesamstraße“
  • Vespa PX „Beauty and Beast“
  • Vespa PX „Titanic“
  • Vespa PX „Lord of the Rings2
  • Vespa PX „SIP Racer“ (Ralf Jodl)
  • Vespa PX „Scorpion“

Für damalige Verhältnisse war der Vespa PX Racer von Ralf Jodl, dem Mitbegründer von SIP-Scootershop, aus technischer Sicht äußerst extravagant. Die Vespa war sowohl am Beinschild als auch an den Seitenhauben und Kotflügel gecuttet. Das bedeutet, dass Blechteile entfernt wurden und der Roller ein windschnittigeres bzw. sportlicheres Aussehen ergab. Das kleinere Beinschild kommt definitiv dem sogenannten CW-Wert des Rollers zu Gute. Der Drop Bar komplettiert das schnittige Aussehen. Ebenfalls sehr selten damals war die vollhydraulische Scheibenbremse, welche es zu diesem Zeitpunkt noch nicht serienmäßig in der Vespa PX gab. Die Scheibenbremse von Grimeca wurde in ähnlicher Bauweise erst ab 2001 in der Vespa PX Millenium› ab Werk eingeführt. Der Motor war mit einem speziellen Resonanzauspuff ausgestattet. Ein Malossi 210 wird ebenfalls im Bigblock geschlummert haben. Der Roller wurde später bekannt als SIP-Demonstrator für das 1994 gegründete Unternehmen SIP-Scootershop. Es folgten Umbauten und Neulackierungen.

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