Motorex, Scooter 2T, FlascheZweitaktöl bezeichnet eine bestimmte Art von Motoröl, welches chemisch so zusammen gesetzt wird, dass es nach der Motorschmierung im Brennraum› verbrannt wird. Deswegen wird dieses Prinzip auch als Verlustschmierung bezeichnet. Das Zweitaktöl bildet mit dem Benzin zusammen das Zweitaktgemisch mit dem der Zweitaktmotor betrieben wird. Das Öl übernimmt bei der Mischung die Aufgaben eines Schmierstoffes. Durch die Zugabe des Zweitaktoels wird sichergestellt, dass unter Anderem alle beweglichen Motorteile in ausreichender Menge geschmiert werden.

Bei der klassischen Vespa wird unterschieden in Getrenntschmierung› und Gemischschmierung›.

Bei der Gemischschmierung wird das Zweitaktöl in einem bestimmten Verhältnis dem Benzin zugegeben, auf diese Weise gelangt das Öl über das Benzin an die zu schmierenden Stellen.
Bei der zweiten Variante wird das Öl und das Benzin jeweils in einen voneineander getrennten Tank gefüllt, während des Motorbetriebs wird dann das benötigte Öl mittels einer Pumpe dem Bezin zugemischt. Hier ist eine gezielte Dosierung möglich, dies hat den Vorteil, dass je nachdem wie stark die Drehzahl in die Höhe geht, die Ölzufuhr angepasst wird.

Aufgaben

Ein modernes Zweitaktöl der heutigen Zeit soll folgende Aufgaben und Anforderungen erfüllen:

  • Bei beweglichen Motorteilen wie Wälzlager, Kolbenringe, Kolben›, als auch bei der Zylinderlaufbahn durch Schmierung den Verschleiß reduzieren
  • Die Zweitakter-Kurbelwelle› vor Korrosion schützen
  • Sich gleichmäßig und gut mit dem Benzin vermischen
  • Geringe Rauchbildung bei der Verbrennung
  • Im Auslass, Auspuffsystem und im Brennraum möglichst wenig Verunreinigung (Ölkohle) hinterlassen.
  • Bestimmte Mischungsverhältnisse erfüllen
  • Hoher Flammpunkt bei Sportmotoren
  • Die Wellendichtringe schmieren, den Verschleiß reduzieren, jedoch das Material nicht angreifen

Kein Viertaktöl für den Zweitaktmotor!

Da Zweitaktöl wird, wie bereits beschrieben, im Verbrennungsvorgang mit verbrannt. Es muss die Eigenschaften einer guten und sauberen Verbrennung aufweisen. Es wurde extra dafür entwickelt, dass es weitgehend rückstandslos verbrennt und es besitzt dafür einen geringen Aschegehalt. Auch die Viskosität (Zähflüssigkeit) ist anders.

Im Gegensatz dazu ist Viertaktöl nicht für eine Verbrennung ausgelegt. Es ist primär auf eine lange Standzeit und hohe Schmiereigenschaften ausgelegt. Es besitzt einen hohen Rußanteil.
Es lässt  sich mit Benzin schwerer vermischen. Viertaktöl im Zweitaktmotor kann zu Schädigungen und höherem Verschleiß führen.

Einordnung der Ölsorten

Vor dem Kauf von Zweitaktöl sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Oelsorte besser zu der geplanten Anwendung passt. Egal für welche der Ölsorten man sich entscheidet, bei Sorten sollte man vor dem Kauf auf die Verbrennung achten, gerade bei dem Zweitaktöl ist es besonders wichtig, dass dieses restlos verbrannt wird. Ansonsten entsteht Ruß und dieser kann zu einer Belastung und auch Schädigung eines Motors führen, wenn man diesen nicht regelmäßig reinigt.

Bild 2: Kolben eines Malossi 210 Motors, der mit teilsynthetischem 2-Tak-Öl gefahren wurde nach einer Laufleistung von ca. 8000 km ohne Reinigung. (Foto: Wespenblech Archiv)

Bild 2

Teilsynthetisches 2-Takt-Öl wird aus einer Mischung von mineralischen mit synthetischen Grundölen hergestellt. Es enthält Additive, um die Eigenschaften und die Schmierleistung dieses Öls zu verbessern. Es handelt sich dabei um ein mäßig legiertes Öl für normale Belastungen. Der Sinn des teilsynthetischen 2-Takt-Öls ist es, die Vorteile der beiden anderen Sorten zu vereinen, ohne dass dies gravierende Nachteile bedeuten würde.

Es hat eine saubere Verbrennung, die viel besser ist als bei mineralischem Öl. Dadurch gibt es nur eine geringe Rußentwicklung und das „Verkoken“ von Auspuff, Zylinderkopf und Kolbenboden wird weitgehend verhindert (Siehe Bild 2).

Für originale Motoren mit mittleren Leistungen und bei Normalbeanspruchung ist teilsynthetisches 2-Takt-Öl völlig ausreichend. Da es außerdem günstiger ist als vollsynthetisches Öl ist es für diesen Zweck gerade im Alltag zu empfehlen. Erfahrungen durch das Wespenblech Team haben gezeigt, dass modernes Teilsynthetisches 2-Takt-Öl bei Vespa Motoren mit knapp 20 PS auch unter Volllast den Verschleiß minimieren.

Einblick in die Zylinderlaufbahn eines Malossi 210 alt mit ca. 20.000 km Laufleistung. Zu erkennen ist der Auslass und ein Teil der Überströme. Der Kolben, dessen Kolbendach man nur teilweise sehen kann, befindet sich in UT Position und schließt bündig mit Auslassunterkante und Überstromkanalunterkante ab.

Mineralisches 2-Takt-Öl ist die „natürlichste“ Form, die ohne oder kaum mit künstlichen Additiv-Zusätzen hergestellt wird. Das mineralische Öl kann für die meisten Einsatzzwecke heute fast nur noch für Oldtimer empfohlen werden, da diese Öle eine unsauberere Verbrennung haben und außerdem nicht so leistungsfähig sind. Oldtimer vertragen aber oft nur das mineralische Öl.

Vollsynthetisches 2-Takt-Öl ist mit einer größeren Menge an Additiven versetzt und wird ausschließlich aus synthetischen Grundölen gewonnen.

Das vollsynthetische 2-Takt-Öl basiert vollständig auf Synthesebasis und ist daher höherwertiger als teilsynthetisches Öl. Leider ist es aber auch teurer.

Vollsynthetisches Öl weist generell die besten Schmiereigenschaften auf. Allgemein sagt man aber, dass die Verbrennung bei höheren Drehzahlen und höheren Temperaturen besser ist.

Unbedingt empfohlen wird es bei drehzahlfreudigen oder auch getunten Motoren. Diese Öle sollen auch bei hohen Anforderungen standhalten können. Ein typischer Einsatzzweck ist daher auch der Rennsport und Wettbewerbe.

Bezüglich der Verbrennung und Rußentwicklung gibt es bei diesen Ölen nichts zu bemängeln. Die vorgeschriebenen Normen werden hier sogar meist übertroffen.

 

 


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