1843 wurde „Der fliegende Holländer“ zum ersten mal im königlichen Hoftheater in Dresden aufgeführt. 136 Jahre später flog zwar kein Holländer durch die Luft, dafür aber eine Vespa in einem Spielfilm. Der britische Film aus dem Jahr 1979 rund um die fliegende Vespa nannte sich Quadrophenia. Zwar hat Quadrophenia sehr wenig mit einer Oper zu tun. Der Film basiert jedoch auf dem gleichnamigen Konzeptalbum der Rockgruppe The Who aus dem Jahr 1973 und hat somit ebenfalls starke musikalische Einflüsse. Die Songs von The Who (und einiger anderer damals populärer Rockgruppen) in diesem Film sind mehr als Untermalung der Bilder, denn aus ihnen entwickelten sich später musikalische Ohrwürmer. 

Die Story

Die fliegende Vespa. Filmszene aus Quadrophenia.

Zentrale Inhalte des Films sind die Identitätskonflikte britischer Jugendlicher der Arbeiterklasse Mitte der 1960er Jahre. Grundlage dieses Konfliktes sind die Vertreter zweier zeitgenössischer Subkulturen – die Mods und die Rocker.

In der Hauptrolle des Films steht der junge James Michael „Jimmy“ Cooper, gespielt von Phil Daniels, der einer Clique von Mods in London angehört. Im Gegensatz zu den Rockern, die in Lederkleidung auf schweren Motorrädern in der Stadt unterwegs sind, bevorzugen Mods Anzüge und zum Schutz auf dem Roller Militärparka; anstelle der Motorräder fahren Mods häufig aufgebrezelte Motorroller der Marke Vespa oder Lambretta mit vielen Spiegeln und Chromteilen.

Do you have some purple pills?

Jimmy hat Probleme mit seinen Eltern, ist unzufrieden mit seinem langweiligen Job als Bürobote und taucht in seine Welt, wenn er zusammen mit seinen Freunden Dave, Chalky, Spider und den anderen Mods auf den Motorrollern in seiner Freizeit durch die Straßen fährt. Sie feiern Partys und schlucken „bunte Pillen“ (Amphetamine), die man sich auch durch Apothekeneinbrüche besorgt.

We are the mods …

Bei einer Tanzveranstaltung in Brighton geraten Jimmy und seine Freunde in eine Straßenschlacht zwischen Mods und Rockern. Dort trifft Jimmy auf Ace, gespielt von Sting. Nach einiger Zeit werden die rivalisierenden Gruppen von Polizisten auseinander getrieben oder eingekesselt und viele tobende Jugendliche festgenommen. Kaum wieder auf der Straße, wird Jimmy verhaftet und mit seinem Idol Ace in einen Polizeibus verfrachtet. Ace beeindruckt Jimmy vor Gericht stark, indem er die geforderte Kaution für die gesamte verhaftete Gruppe der Mods durch Ausschreiben eines Schecks bezahlt.


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Die fliegende Vespa

Kurze Zeit später will sich Jimmy der Gruppe von Ace anschließen und fährt zu diesem. Als er Ace endlich findet, sind alle Erwartungen mit einem Mal zunichte: Ace arbeitet als einfacher Kofferträger in einem Hotel. Jimmy stiehlt Ace’ Vespa-Motorroller und fährt emotional beeindruckt an die Steilküste von Beachy Head an die Südküste Englands. Dort steuert er den Roller auf die Klippen zu. In der Schlussszene fliegt der Roller über die Klippenkante und zerschellt ca. 150 m tiefer am Fuß der Klippen. Jimmy ist dabei nicht zu sehen.

Filmischer Erfolg

Der Film Quadrophenia war ein Erfolg. Nicht nur in Großbritannien. Auch in Deutschland fand der Film mit der aufkommenden Mod-Kultur Anfang der 1980er Jahre seine Besucher. Sicherlich gab es weitaus erfolgreicherer Kassenschlager zu dieser Zeit, wie Star Wars. Jedoch wurde der Film innerhalb Mod-Kultur und in der Rollerfaher-Szene frenetisch gefeiert.  Selbst in den späten 1980ern wurde der Film noch auf ausgeleierten Video Tapes auf Partys oder privat aufgeführt. Er gehörte zu den „Muss man gesehen haben“ Filmen einer Subkultur.

Was wurde aus den Darstellern?

Jimmy

Daniels blieb auch weiterhin der Schauspielerei treu, wobei Quadrophenia seine bekannteste Filmrolle bleiben sollte. Ende der 1970er bis Anfang der 1980er war Daniels in der New Wave Band The Cross. Er hat eine Tochter . Er ist Fan des FC Chelsea und veröffentlicht einen wöchentlichen Podcast zum Verein.

 

 

Steph

Leslie Ash heiratete den Fussballspieler Lee Chapman, mit welchem sie zwei Söhne hat. Auch Ash blieb bei der Schauspielerei und arbeitete zudem auch für das BBC Radio. Mit ihrem Ehemann trat sie gemeinsam in der Komödie „Rosie Dixon – Night Nurse“ auf. Eine kleine Rolle hatte Ash auch in einem Musikvideo der Band Iron Maiden.

 

 

Ace

Sting, der Ace im Film spielte, hat nach Quadrophenia einen riesen Erfolg gehabt als Musiker, ist dabei aber nie abgehoben. Bereits 1977 bildeten Sting, Stewart Copeland und Andy Summers in London die Rock-Pop-Band „The Police“. Die Gruppe gelangte ab 1978 mit mehreren Alben an die Spitzen der Hitparade und gewann in den frühen 1980er Jahren sechs Grammys. Ihr letztes gemeinsames Album Synchronicity erschien 1983. Schauspielerisch nahm Sting hin und wieder eine Rolle an. Im Science Fiction Film „Dune“ spielte er eine ziemlich schillernde Person. Bis in die heutige Zeit veröffentlicht Sting als Solokünstler immer wieder erfolgreiche Musikproduktionen, teilweise zusammen mit anderen weltbekannten Musikern. Sting ist verheiratet und hat insgesamt 6 Kinder.


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