Die erste Version der Vespa Primavera, welche wir im Wespenblech Archiv als Vespa Primavera °1 bezeichnen, wurde erstmalig auf der Motorradmesse in Mailand 1967 präsentiert: klein, wendig und angetrieben von einem Zweitaktmotor. Mit der Primavera °1 rollten unzählige Jugendliche in Richtung Freiheit und der Roller blieb 15 Jahe in Produktion bis 1982.1Buch: VESPA – Die offizielle Chronik 1946 bis heute› (Giorgio Sarti), Verlag: Heel; Auflage: 1., Aufl. (31. August 2006). ISBN-10: 389880545X. Die Vespa Primavera °1 wurde zu einem legendären Modell und gleichzeitig zu einem der kommerziell erfolgreichsten Modelle in der Geschichte des Piaggio Konzerns. Legende und Kommerz müssen nicht immer deckungsgleich sein.

Einführung auf dem Markt 1968

Die Vespa Primavera wurde auch erfolgreich in England verkauft.

Nach der Präsentation 1967 auf der Eicma Motorradmesse in Mailand wurde die Vespa Primavera °1 ab 1968 auf dem italienischen Markt für 137.000 Lire angeboten.2Buch: VESPA – Die offizielle Chronik 1946 bis heute› (Giorgio Sarti), Verlag: Heel; Auflage: 1., Aufl. (31. August 2006). ISBN-10: 389880545X. Das Erscheinungsbild der Primavera wurde geprägt durch erfolgreiche Charakterzüge vorangegangener Modelle, welche in die Primavera  einflossen. Das ist der Grund dafür, dass die Vespa Primavera °1 das Kind einer bestimmten Vespa Typenfamilie war. Sie war keine komplette Neukonstruktion. Als kleiner und leistungsstarker Roller beeindruckte die Vespa Primavera zahlreiche Menschen in ihrer Zeit. Nicht nur in Italien. Der kleine Roller wurde in vielen Ländern verkauft, beispielsweise Deutschland, Frankreich und England. Insgesamt wurden ∼ 260.329 Exemplare der Primavera °1 gebaut.3Buch: VESPA – Die offizielle Chronik 1946 bis heute› (Giorgio Sarti), Verlag: Heel; Auflage: 1., Aufl. (31. August 2006). ISBN-10: 389880545X.

 

 

Einflüße aus anderen Vespa Modellen

 

Vespa 50 °1 in einer Seitengasse in Italien (1965).

Die erste Vespa, welche ein wenig aus dem teilweise biederen pragmatischen Mainstream der Wespenflotte ausbrach, war 1955 die Vespa GS mit sportlicher Motorcharakteristik. Sie entstand aus den Rennsporterfahrungen der 1950er, welche bei Piaggio gesammelt und ausgewertet wurden. Die GS war ein Wendepunkt in der Vespageschichte: Sie fuhr schnell (ca. 100 km/h), sie war innovativ (erstmalig 4 Gänge) und sie war sicher (dank der Einführung der 10 Zoll Reifen).

Die Vespa 50 ab 1963 wurde zu einem Meilenstein, das Smallframe Konzept wurde eingeführt. Ein kleiner, agiler und wendiger Schmalrahmen, in welchen ein Minimum an Motor eingepflanzt wurde, Das war der Beweis dafür, dass es bei Vespa nicht nur größer, schneller und breiter werden musste. Von der Vespa Nuova 125 unterschied sich die Primavera °1 unter anderem durch den leistungsstärkeren Motor, welcher

Vespa Primavera °1.3

eine bessere Veschleunigung brachte und 10 km/h mehr Endgeschwindigkeit.4Buch: VESPA – Die offizielle Chronik 1946 bis heute› (Giorgio Sarti), Verlag: Heel; Auflage: 1., Aufl. (31. August 2006). ISBN-10: 389880545X. Im Vergleich zur Nuova 125 ist vorne an der Sitzbank der Primavera °1 ein Taschenhaken montiert.

 

 

 

Aufbau einer Vespa Primavera

(1) 4 Gang Schaltung, (2) Kupplung, (3) Gasgriff, (4) Lichtschalter, (5) Vorderrad Trommelbremse, (6) Bremspedal für Hinterradbremse, (7) Kickstarter, (8) Schaltraste, (9) Hinterrad Bremstrommel, (10) Kupplung, (11) Vergaser, (12) Choke, (13) Benzinhahn.

Varianten der Vespa Primavera °1

Es gab 3 verschiedene Variationen der Vespa Primavera °1, welche in Publikationen auch als Serien bezeichnet wurden.5Buch: VESPA – Die offizielle Chronik 1946 bis heute› (Giorgio Sarti), Verlag: Heel; Auflage: 1., Aufl. (31. August 2006). ISBN-10: 389880545X. Die erste Primavera wurde in diesen Publikationen als Primavera °1 bezeichnet. Da es aber mittlerweile eine moderne Primavera› gibt und wir im Wespenblech Archiv die gesamte Modellreihe der alten Primavera als °1 bezeichnen, geben wir der ersten Variation der alten Primavera die Bezeichnung °1.1.

Vespa Primavera °1.1

Die Vespa Primavera °1.1 erkennt man an den schräg verlaufenden Schriftzügen in Fahrtrichtung rechts oben am Beinschild und hinten am Heck über dem Rücklicht. Das im Vergleich zur Primavera °1.3 kleine Rücklicht hatte noch eine „antik“ wirkende Form und der Rahmen des Rücklichts war in der Farbe des Rollers lackiert. Die Griffe am Lenker hatten eine spezielle Form und wurden in einem Grauton prodiziert.

Vespa Primavera °1.2

Bei der Vespa Primavera °1.2 sind die Schriftzüge in Fahrtrichtung rechts am Beinschild und hinten am Heck über den Rücklicht waagerecht. Das Rücklicht ist identisch mit dem der Primavera °1.1. Im Vergleich zur Primavera °1.1 sind die Griffe jedoch anders geformt und schwarz.

Vespa Primavera °1.3

Die letzte Variation der Primavera °1 besitzt einen Tachometer mit schwarzem Ziffernblatt und eine transparente größer dimensionierte Schlussleuchte, welche mit dem Rücklicht der Vespa ET3 identisch ist. Bei der Vespa Primavera °1.3 sind die Schriftzüge in Fahrtrichtung rechts am Beinschild und hinten am Heck über den Rücklicht waagerecht und identisch mit denen der Primavera °1.2..

Gemeinsamkeiten der Primavera °1 Varianten

Alle Varianten der Vespa Primavera °1 haben im Vergleich zur Vespa Nuova 125, von der die Primavera abgeleitet wurde, einen Gepäckhaken am Sitz über dem Mitteltunnel. Die Seitenhauben sind am Rahmen der Primavera °1 verschweißt. Auf der Motorseite befindet sich in der Seitenhaube ein verschließbarer Deckel, welcher nahezu die gesamte Fläche der Seitenhaube ausfüllt. Im unteren Bereich des Deckels (Position des Polrades) sind 5 waagerechte Lüftungsschlitze, welche durch 4 entsprechend lange Sicken verstärkt wurden. In der Seitenhaube auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein kleiner abschließbarer Deckel, welcher die Primavera °1 von der Vespa Nuova 125 unterscheidet.


    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.