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 09 Okt 2016 @ 18:25; letzte Revision: 08 Jul 2019 @ 00:04.
 R. Peters›M. A. Bernert›. 839 Wörter, 11 Fotos.
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In diesem Beitrag befassen wir uns mit der Vespa PX200E Typengeschichte, also der Entwicklung und Entstehung der Vespa PX200E. Die PX200E ist eine Weiterentwicklung der Vespa P200E›, welche zwischen 1977 und 1983 gebaut wurde. Bei der PX200E handelt es sich aber noch nicht um die PX200E Lusso› Version, welche ab 1984 auf den Markt kam. Es sind jedoch schon Bauteile in der PX200E verbaut worden, welche auch in der späteren PX200E Lusso enthalten sind. Hierzu zählen das dickere Steuerrohr mit der 20 mm Achse und die innen liegenden Seitenhaubenverschlüsse. Bei der P200E lagen die Seitenhaubenverschlüsse noch außen.

Die Zwitterversion

Die PX200E wird auch als ‘Vespa P200E °2’ bezeichnet oder als sogenannte ‘Zwitterversion’. Für die Vespa PX200E  gibt es Informationen aus dem Vespaforum». Ein Forumsmitglied mit dem Namen Wenne ist der Besitzer von 2 Vespas mit diesen entsprechenden Merkmalen. Beide Vespas wurden laut seinen Angaben im Juni 1983 von Italien nach Deutschland zu Vespa-Augsburg-Diedorf importiert. Die Fahrzeugbriefe wurde jeweils am 24.06.1983 ausgestellt und die Fahrzeugbriefnummern liegen genau 4 Nummern auseinander.

Warum Zwittermodelle?

Auf diesem Foto erkennt man sehr gut die alte Optik der Vespa P200E, jedoch ist der Seitenhaubenverschluss nach innen verlegt.
Laut Aussage von Wenne im Vespaforum.de sind beides PX200E-Vespen mit dem 10 PS-Motor für Deutschland. Beide Vespas haben noch Mischungsschmierung. Das Zündschloss befindet sich oben in der rundlichen Lampenverkleidung. Auch haben sie noch …

  • die alte gebogene Frontkaskade (P200E)
  • alte Sitzbank (P200E)
  • Rücklicht (P200E)
  • Kotflügel(P200E)
  • Mitteltunnelabdeckung (P200E)
  • Tacho (P200E)
  • Handschuhfach (P200E)

 

 

 

Der Rahmen der Vespa P200E

Fotostudie zum Rahmen der Vespa P200E Senza Frecce. (Foto: Piaggio ca. 1977, digital restauriert vom Wespenblech Archiv)

 

Der neu konzipierte Rahmen der P-Reihe war körperlich größer im Vergleich zu den bisherigen Modellen. Die Hauben wurden kantiger und hatten ab ca. 1978 integrierte Fahrtrichtungsanzeiger. Der elektrische Kontakt für die Blinker wurde durch den Sicherungsstift für die Motorhaube weitergeleitet. Auf der Vorderseite, im Beinschildbereich der P-Serie, wurden die Fahrtrichtungsanzeiger an den Seitenrändern des Beinschildes befestigt. Der Kotflügel vorne wurde ebenfalls vergrößert und in einer quadratischen Form entworfen. Die Kaskade wurde ebenfalls volumiöser. Die vorher noch sichtbare Hupe verschwand in der Kaskade. Die Kaskade verbarg auch ein großes Verteilsegment für Stromkabel. Auf der anderen Seite des Beinschildes bekamen alle P-Modelle ein volumiöses Gepäckfach.

Vespa PX200E Lenker

Tacho, PX alt

Der Lenker auf der PX200E ist baugleich mit dem Lenker der P200E›. Der integrierte Rundscheinwerfer mit 140 mm Durchmesser verfügt über Fern- und Abblendlicht. Der Lenker der PX200E besteht aus 4 Teilen: Einmal das Lenkerunterteil aus Aluminiumguss und auf dem Lenkerunterteil das Lenkeroberteil aus Kunststoff. Dieses Lenkeroberteil wird mit vier Schrauben befestigt. Links im Lenker befindet sich der Schaltgriff und rechts der Gasgriff. Der Tacho ist baugleich mit der Serie 1 und körperlich viel größer als die bisherigen Tachos (Vespa Rally 200). Es gibt mehrere Versionen des Geschwindigkeitsmessers, darunter eine mph-Version und eine MPH und Km/h Version. Oberhalb des Tachometer auf dem Lenkerkopf sind zwei Indikatoren, einer für Fernlicht, und der andere für die Blinker. Alle PX alt hatte ein Zündschloss auf dem Lenkeroberteil oben. So auch die PX200E. Es gab zwei Versionen des Zündschlosses, eine mit drei Positionen und eine mit nur zwei Positionen. Wie bei früheren Vespa gab es vier Befestigungsbohrungen an der Unterseite des Lenkers für Spiegel oder Windschutzscheibe.

Der Sitz

Der Sitz wurde ebenfalls neu gestaltet, und im Einklang mit dem Rest der Designänderungen. AlleP wurden mit einem Dual-Sattel ausgestattet und der ehrwürdige Einzelsitz wurde werksseitig entgültig in die Geschichte verbannt.

Trittleisten

Trittleisten Vespa P200EEine weitere Änderung an der PX200E war, dass die Aluminium-Trittleisten größer gemachtwurden. Die Endkappen verfügten nun über eine quadratische Form aus schwarzem Kunststoff, im Gegensatz zu der spitz zulaufende Formen auf früheren Modellen.

 

 

 

Hauptständer

Der Hauptständer wurde ebenfalls geändert, um einen größeren Pufferanschlag zu gewährleisten.

 

 

 

 

Das Hinterrad

Bremstrommel hinten Vespa PX alt

Bremstrommel innen Vespa PX alt

Ein neuer Bremstrommeltyp für die Hinterradwelle wurde mit Einführung der Vespa GL um 1962 etabliert, der in nahezu gleicher Bauform heute immer noch Verwendung findet. Mit Ausnahme der GS160/SS180 und COSA Modelle, wurde diese Trommeltyp in allen Vespa Rollern ab 1962 mit liegendem Zylinder (Vespa Largeframe) verbaut. 1

Die Bremstrommel hinten für die Vespa PX200E hatte eine Wellendirchtringlauffläche mit einem Durchmesser von 27 mm. Die PX200E mit nur Ø 27 mm neigte dazu, sich schnell aufzuweiten, falls das Anzugsdrehmoment zu niedrig war. Erkennbar ist ein gespreizter Bremstrommelflansch an einem sich immer wieder lockernden Hinterrad, trotz richtig angezogener Hinterradmutter. Hier hilft nur ein zeitiger Austausch der Bremstrommel, andernfalls wird die Verzahnung der Hauptwelle in Mitleidenschaft gezogen und muss ebenfalls ausgetauscht werden. Es empfiehlt sich aus Stabilitätsgründen immer der Wechsel auf eine Trommel mit mindestens 30 mm Flanschdurchmesser.2


Motor P-Serie

Motor Vespa P200E

Aufschnitt Motor Vespa P200E

Der Motor in der Vespa PX200E ist identisch mit dem der P200E. Dieser Motor war eine Abwandlung des Ralley 200 Motors. Auf der PX200E und der P200E war eine große Veränderung die Verwendung einer elektronischen Zündung von Ducati (mehr dazu in einem anderen Beitrag›). Das Ducati System war weniger komplex bei der Einstellung des Zündzeitpunktes im Vergleich zur alten Kontaktzündung. Die Zündeinheit wurde auf einer kleinen Halterung an der Rückseite des Motors selbst und nicht an dem Rahmen montiert. Bei allen Modellen wurde – im Vergleich zu Vorgängermodellen –  die elektrische Anlage von 6 Volt auf 12 Volt aufgewertet. Im Vergleich zur Rally wurde die Kraft vom Kolben nun über eine andere Kurbelwelle übertragen. Auch Das Polrad war ein anderes (Ducati).


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