Ausfahrt mit der Vespa P200E *66647*: Der CMD Silent Scorpion ist bereits montiert.

Dieser Beitrag ist der zweite Teil des Themas Breitreifen 120/70-10 für die Vespa PX im Wespenblech Archiv. Im ersten Teil aus dem Jahr 2017 ging es darum, wie man einen 120/70-10er Breitreifen in eine Vespa PX einbaut und welche Mittel und Bauteile man dafür benötigt.

In diesem zweiten Teil beschäftige ich mich mit einem allgemeinen Dilemma zum Thema Breitreifen:

Schrägstellung des hinteren Stoßdämpfers durch den Motorversatz im Rahmen nach rechts.

Federbein hinten an der Vespa P200E ohne CMD Silent Scorpion. Der aktuelle Federbeinverlauf ist nicht ideal mittig, sondern steht schräg in Richtung Breitreifen.

Bei der Verwendung eines hinteren Breitreifens in einer Vespa PX muss oftmals der Motorblock in Fahrtrichtung im Rahmen nach rechts verschoben werden, damit der Reifen in der Spur sitzt. Die untere hintere Federbeinaufnahme am Motorblock verschiebt sich ebenfalls nach rechts. Bei einigen Breitreifenprojekten sogar bis etwa 15 mm.

Die obere hintere Federbeinaufnahme am Rahmen wird jedoch nicht nach rechts verschoben.

Der eingebaute Stoßdämpfer steht nun insgesamt minimal schräg durch den Versatz. Zwar kann die Führungshülse im unteren Gummipuffer am Federbein noch etwas verschoben werden. Hier gewinnt man jedoch nur einige wenige mm. Bleibt trotzdem ein Versatz des Dämpfers, wird der Verschleiß an der Stoßdämpferpatrone bzw. an der Dichtung dadurch erhöht, weil der ideale Federbeinverlauf nicht eingehalten wird.

Einige Rollerfahrer berichteten sogar von gebrochenen Stoßdämpfern hinten, welche durch die außerordentlichen Belastungen herbeigeführt wurden.

Dieser Beitrag kann also auch interessant sein für diejenigen, welche eine andere Breitreifengröße fahren bzw. ihren Motor nach rechts versetzt haben. Bei Reifendimensionen größer als 120/70-10 verstärkt sich sogar dieser Effekt.

Hinzu kommt durch die Schrägstellung des hinteren Stoßdämpfers, dass der Reifen zwar bei uneingefedertem Dämpfer einen sicheren Abstand zum Federbein aufweist, bei starkem Eindämpfen kann der Reifen bedrohlich nahe an eben diesen gelangen und eventuell sogar reiben. Das klingt nun erst einmal nach düsteren Zeiten für die Breitreifenfahrer.

Doch irgendetwas starrt uns da aus der Dunkelheit an! Der

…… SILENT SCORPION!

Du vermutest ihn nicht in der Dunkelheit, aber

ER BEOBACHTET DICH!

Verpackter Silent Scorpion.

CMD Silent Scorpion – Beschreibung

Doch was hat es mit diesem Silent Scorpion von Crazy Monkey Developement (CMD) auf sich? Auf der Verpackung steht unter anderem:

„SHOCK ABSORBER SUPPORT“ was so viel bedeutet wie Stoßdämpfer Unterstützung. Der Silent Scorpion ist die Produktbezeichnung für einen Schnellverbinder-Adapter für den hinteren Stoßdämpfer bei Vespa Largeframe Modellen (PX, Rally, Sprint etc.). Die Beschaffenheit dieses Bauteiles führt zu 4 markanten Eigenschaften:

  • Der Silent Scorpion ermöglicht eine Verschiebung der hinteren oberen Federbeinaufnahme um bis zu 15 mm 1Quelle: Scooter Center Webshop: Stoßdämpferaufnahme oben/Rahmen -CMD Silent Scorpion- Vespa Largeframe (PX, Sprint, Rally, GT/GTR, TS, Super, VBA, VBB, VNA, VNB) (abgerufen am 10.06.2020), so dass der hintere Stoßdämpfer nach einem Motorversatz für Breitreifenkits wieder in einen idealen Federbeinverlauf gebracht werden kann.
  • Die Verschiebung bzw. der Versatz des Stoßdämpfers durch den Silent Scorpion sorgt dafür, dass das Federbein vom Breitreifen auf ganzer Linie distanziert wird.
  • Zudem ist der CMD Silent Scorpion so konstruiert, dass man nun zur Montage/Demontage des hinteren Stoßdämpfers nicht mehr den Tank ausbauen muss.
  • Der Adapter und der Spacer sind gefertigt aus CNC gefrästem mittelfesten Aluminium EN AW-6082.
Stoßdämpfer hinten in der Vespa P200E *66647* mit eingebautem CMD „Silent Scorpion“

CMD Silent Scorpion Einbau

Für den Einbau des CMD Silent Scorpion in die Vespa muss der Tank ausgebaut werden. Zu beachten ist, dass bei der Arbeit am Fahrwerk besonders Acht gegeben werden muss, dass die Schrauben entsprechend angezogen werden. Lockere Schrauben speziell am Fahrwerk können eine erhebliche Gefahr im Fahrbetrieb darstellen.

Die Bauteile des CMD Silent Scorpion im Überblick. Die U-Scheibe wurde hier fälschlicherweise der Schraube (5) zugeordnet. Sie gehört aber zur Schraube (6).

Vor dem Zusammenbau habe ich zunächst alle Bauteile aus der Verpackung des Silent Scorpion genommen und vermessen. Der Adapter besteht aus 2 Teilen. Das untere Teil (1) ist 26 mm hoch und das obere Teil (2) hat eine Höhe von 17,4 mm. Die Spacer (3) haben eine Höhe von 4 mm und 6,2 mm.

Vormontage Adapter Oberteil (2)

Adapter Oberteil (2) mit 2 aufgelegten Spacern.

Auf das Adapter Oberteil (2) werden je nach Bedarf die Spacer (3) gelegt. Ich habe beide Spacer verbaut. Bei den Spacern habe ich festgestellt, dass ich diese mit Schleifpapier etwas nachbearbeiten musste. Durch das Adapter Oberteil wird die Schraube (6) geschraubt. Schraubensicherung ist hier von mir empfohlen.

Vormontage Adapter Unterteil (1)

An das Adapter Unterteil (1) wird der Gummipuffer vom Stoßdämpfer befestigt. Die Position des Gummipuffers kann variiert werden. Ist der Motorblock um 10 mm nach rechts verschoben im Rahmen, so sollte man auch den Gummipuffer versetzen. Schlussendlich wird in den Gummipuffer der Stoßdämpfer geschraubt. Auch hier kam wieder Schraubensicherung zum Einsatz.

Endmontage

Vor der Endmontage habe ich die Schwalbenschwanz Verbindung am Adapter Unterteil (1) mit Fett eingeschmiert. Dadurch rutscht die Verbindung besser auf den Schlitten des Adapter Oberteils (2). Nun wird das Adapter Unterteil (1) auf das Adapter Oberteil (2) geschoben. Damit das Unterteil nicht aus dem Oberteil rutscht, wird die Verbindung mit einer Schraube (5) fixiert. Auch hier kommt wieder Schraubensicherung zum Einsatz. Schlussendlich wird noch das untere Federbeinende am Motorblock verschraubt.


Fazit

Wenn man bei einem Breitreifenkit mit Motorversatz einen idealen Federbeinverlauf beachtet, so ist ein Adapter, wie der Silent Scorpion, ein Muss. Der ideale Federbeinverlauf ist eine Voraussetzung für einen langlebigen Stoßdämpfer und für ein sicheres Fahrwerk. Hinzu kommt die optimale Distanzierung zwischen Federbein und Breitreifen. Die Distanzierung ist vor allem Notwendig, damit noch genügend Spiel zwischen Reifen und Stoßdämpfer ist, wenn der Reifen sich erhitzt oder im 2 Personen – Betrieb gefahren wird.


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