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 09 Apr 2019 @ 14:45; letzte Revision: 09 Apr 2019 @ 18:01.

 R. Peters. 443 Wörter, 10 Fotos.
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Bild 1: Largeframe Vespa P200E °1. Im Motorblock verbaut ist ein mehrstufiges Stirnradgetriebe.Immer wieder wird die Frage gestellt, wie das Getriebe einer Vespa Largeframe funktioniert. Dazu zählt der Schaltvorgang, aber auch das Ein- und Auskuppeln. Das Getriebe befindet sich im Motorgehäuse und somit kann man im Betrieb nicht erkennen, was dort genau vor sich geht. In diesem Beitrag wollen wir den Aufbau und die Funktion der Getriebebauteile besprechen. Dieser Beitrag eignet sich besonders für die Modelle der Vespa Largeframe Reihe. Das Funktionsprinzip des Getriebes von Smallframe Modellen ist ähnlich.

Aufbau & Funktion

Das Getriebe einer Vespa Largeframe befindet sich auf 3 Achsen, der Kurbelwellenachse, der Nebenwellenachse und der Antriebsachse. Bezeichnet werden die auf den jeweiligen Achsen verbauten Zahnräder als mehrstufiges Stirnradgetriebe. Der Kraftschluss über die Achsen wird durch das Ineinandergreifen der jeweiligen Getriebezähne gewährleistet (siehe Bild links). Die Kraftübertragung auf den verschiedenen Achsen schauen wir uns nun genauer an. Dazu haben wir ein Foto bereit gestellt, auf welchem man einen aufgeschnittenen Largeframe Motor sieht und einen Einblick auf die verbauten Getriebebaugruppen erhält.

  1. Kurbelwelle, 2. Kupplung, 3. Primär, 4. Primärzahnräder, 5. Getriebezahnräder, 6. Antriebswelle.

Kurbelwellenachse

Bild 4: Zentral in der Kurbelwellenwange befindet sich der Kurbelwellenstumpf. Bild 5: Eine moderne Kupplung, wie sie ab 1998 in der Vespa PX verbaut wurde. Gut zu erkennen, das 23 Zähne Ritzel mittig.

Die Kurbelwellenachse ergibt sich durch die beiden im Motorblock gelagerten Kurbelwellenstümpfe, welche sich im Zentrum der Kurbelwangen› der Kurbelwelle (1) befinden (Weitere Informationen zur → Kurbelwelle›). Auf dem Kurbelwellenstumpf (Reserveradseite, siehe Bild 4) befindet sich die Kupplung (2). In der Kupplung verbaut ist ein Zahnrad (Ritzel, siehe Bild 5), welches in das große Primärzahnrad auf der Nebenwellenachse greift.

Sofern nicht eingekuppelt wird, kann die Kraft nun über das Kupplungsritzel von der Kurbelwellenachse auf das große Primärritzel auf die Nebenwellenachse bei laufendem Motor übertragen werden. Kuppelt man aus, also zieht man den Kupplungshebel am Lenker, so wird die Kraftübertragung über das Kupplungsritzel unterbrochen und nicht mehr an die nächste Achse weiter geleitet.

Nebenwellenachse

Bild 6: Die Ritzel des Tannenbaums der Nebenwelle (rechts) greifen in die Gangzahnräder auf der Hauptwelle (links). Die Gangzahnräder für die Gänge 3, 2 und 1 auf der Hauptwelle sind noch nicht eingebaut.  Bild 7: Auf diesem Foto erkennt man sehr gut, wie die 4 Ritzel (Tannenbaum) der Nebenwelle in die 4 Gangzahnräder der Hauptwelle greifen.

Auf der Nebenwellenachse befindet sich neben dem großen Primärrad der sogenannte Tannenbaum (4). Dieser besteht aus einem Stück, welches wiederum aus 4 Zahrädern in verschiedenen Größen bzw. Durchmessern besteht. Das größte Zahnrad direkt neben dem großen Primärzahnrad greift in den 4. Gang auf der Antriebsachse (6), das zweitgrößte Zahnrad des Tannenbaums greift in den 3. Gang, es folgen die Tannenbaum-Zahnräder für den zweiten und ersten Gang.

Antriebsachse

Bild 8: Das vom Schaltzapfen geführte Schaltkreuz greift in die Spalten der Mittelsektion des Gangzahnrades. Bild 9: Arretierung des Schaltkreuzes (PX alt) in der Führung der Antriebswelle bzw. Hauptwelle.

Auf der Antriebsachse, welche auch als Hauptwelle bezeichnet wird, befinden sich 4 Getriebezahnräder (5), welche in die 4 Ritzel der Nebenwelle greifen. Der Kraftschluss von einem Ritzel der Nebenwelle auf ein Zahnrad auf der Hauptwelle wird erreicht, wenn das Schaltkreuz, welches über einen Schaltzapfen in der Hauptwelle geführt wird, in das entsprechende Zahnrad greift. Das Schaltkreuz ist radial arretiert durch die Führung in der Hauptwelle (siehe Bild 9). Das Zahnrad auf der Hauptwelle wiederum wird durch das Schaltkreuz arretiert und somit kann die Kraft auf die Hauptwelle und schlussendlich auf das Hinterrad übertragen werden.

 

 

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