Vorüberlegungen

Bereits im Juli wurde die P200E mit neuen Stoßdämpfern ausgestattet.

Gleich zu Beginn des Monats August habe ich 4 freie Tage (05.-08.08.2021). Folgende Dinge will ich am Roller ausbessern:

SIP Sportsitzbank

Das Sitzbankschloss ist zwar eingebaut. Der dazugehörige Halterungsmechanismus noch nicht. Diesen werde ich einbauen. Hinzu kommend möchte ich den Schutzlack auf dem Karbon aufpolieren. Hier und da sind auch noch alte Lackreste, die ich entfernen werde.

Lackausbesserungen

Das Haftgrundgrau auf der Vespa ist mittlerweile über 2 Jahre alt. Eigentlich war es nur eine Übergangslösung. Einige Stellen im Lack müssen nachlackiert werden, da dort schon das blanke Metall zu sehen ist. Wenn ich genügend Zeit habe, werden auch die Felgen nachlackiert.

Lochrohr im Enddämpfer neu anschweißen

Das neue 25 mm Lochrohr wird eingeschweißt. Zudem kommt neue Dämmwolle in den Enddämpfer. Schluss mit dem lauten Geknatter.

Vergaser neu bedüsen

Wenn Nadel und Mischrohre rechtzeitig von LTH geliefert werden, kann ich den Vergaser neu abstimmen. X2 Nadel und AS266 Mischrohr raus. X13 Nadel und AV262 Mischrohr rein. Eventuell etwas fetter gehen auf AV 264 Mischrohr. Wird sich zeigen.

03. August 2021: Fahrt zur Arbeit und zurück

  • Wetter:
    • Mittags (13:04): Wolkig bei 19 Grad.
    • Abends (21:23): Stark bewölkt bei 17 Grad.
  • Gesamtkilometer: 19,18 (GPS)
  • Max. Geschwindigkeit: 92 km/h (GPS)
  • Gesamtfahrzeit: 00:38:37
  • Getankt: 0 Liter

Gemütlich zur Arbeit hin und zurück geschnurrt. Läuft.

6. August: Kleine Schrauberei – Seitenhaube

7. August: Kleine Schrauberei – Blinker einfetten.

Schiet Wedda! Bei Regen verirrt sich ganz schnell mal Feuchtigkeit in die Blinker. Nicht gut!
Abhilfe: Die Schaumstoffdichtung im Blinker wird eingefettet. Das Eindringen von Feuchtigkeit soll für die Zukunft verhindert werden.

Dank Wetterapp auf dem Handy kommt man Heutzutage eher selten in verregnete Situationen. Trotzdem kommt es vor, dass die Vespa hin und wieder im Regen steht. Was mir dabei auffiel war, dass in den Blinker Feuchtigkeit einzieht. Zum einen wird dadurch die Lichtreflektion gemindert und Feuchtigkeit und Strom sollte man eh voneinander trennen.

Mit Industriefett habe ich dann den Blinkerraum versiegelt. Es wird sich zeigen, ob der Blinkerraum nun trocken bleibt oder die Aktion vergebene Liebesmühe war.

8. August: Kleine Schrauberei – Felgen lackieren

Die SIP Felgen sahen nach 3 Jahren etwas mitgenommen aus. Der Lack zeigte bereits an mehreren Stellen Blasen bzw. war schon abgeplatzt. Hinzu kam, dass der silberne Schutzlack durch Bremsstaub dermaßen verunreinigt war, dass man selbst mit Bremsenreiniger nicht den ganzen Schmutz entfernen konnte.

In einem meiner Kartons hatte ich noch schwarzmatten Lack. Nachdem ich die Felgen mit 400er Schleifpapier vorbereitet hatte und anschließend gesäubert, wurden die Reifen abgeklebt und die Felgen bekamen frischen Schutzlack.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Durch die nun schwarzen Felgen hebt sich die Scheibenbremse etwas mehr hervor.

9. August

Die Lieferung von LTH kam heute Mittag. Die Bedüsung im Vergaser wurde von mir sofort umgestellt. Auch der Woostar Luftfilter kam wieder zum Einsatz.

9. August 2021 @ 13:41: Vergaser Dellorto PHBH kurz nach dem Einbau der neuen Bedüsung. (Foto: Wespenblech Archiv)

13:41: Neue Bedüsung ist im Vergaser:

  • Hauptdüse 135
  • Mischrohr AV264
  • Nadel X13 (2. Clip)
  • Nebendüse 55
  • Starterdüse 70
  • Schwimmernadelventil 250

Kleine Ausfahrt: Jetzt kommen wir der Sache näher!

  • Wetter:
    • (13:54): Wolkig bei 21 Grad.
    • (16:26): Stark bewölkt bei 22 Grad.
    • (21:35): Stark bewölkt bei 18 Grad.
  • Gesamtkilometer: 24,33 (GPS)
    • (13:54): 5,02 (GPS)
    • (16:26): 9,70 (GPS)
    • (21:35): 9,61 (GPS)
  • Max. Geschwindigkeit: 85 km/h (GPS)
    • (13:54): 70 km/h (GPS)
    • (16:26): 76 km/h (GPS)
    • (21:35): 85 Km/h (GPS)
  • Gesamtfahrzeit: 00:41:22
    • (13:54): 00:11:43
    • (16:26): 00:19:24
    • (21:35): 00:14:15
  • Getankt (13:59): 4,94 Liter Ultimate 102; 1,779 €/L

13:54 (Fahrt zur Tankstelle): Gleich nach dem Start beim Anfahren merkte ich sofort, dass die neue Bedüsung ein gutes Ergebnis erzielen würde. Die Vespa fuhr sanfter an und fettelte nicht mehr. Der Motorlauf wurde insgesamt ruhiger und auch leiser. Auch nach dem Tanken mit fast vollem Tank gab es keinen Unterschied. Sehr angenehmes Fahren im Stadtverkehr.

16:26 (Fahrt zur Arbeit): Die Fahrt zur Arbeit machte richtig Spaß. Die Vespa beschleunigte selbst aus dem tiefsten Drehzahlkeller heraus, ohne zu zögern. Kurz vor dem Erreichen der Arbeit stellte ich fest, dass mein Frontscheinwerfer nicht mehr leuchtete. Das Rücklicht ebenfalls nicht.

Ich fuhr an den Seitenstreifen und schaute erst mal im Handschuhfach am Zündschloss nach. War ein Kabel abgerissen? Ich konnte kein heraus hängendes Kabel erkennen. Da ich nicht zu spät zur Arbeit erscheinen wollte, trat ich den Kickstarter durch um weiter zu fahren. Doch irgendwas stimmte da nicht.

Der Motor sprang nicht an und der Kickstarter blieb in der von mir durchgetretenen Position. Ein näherer Blick auf den Kickstarter zeigte mir, dass die Verzahnung im Kickstarter abgerissen war. Scheibenkleister! Also Kickstarter wieder hoch ziehen und dann den 2. Gang einlegen, Kupplung ziehen, anlaufen, Kupplung kommen lassen. Der Motor sprang an und ich konnte weiter fahren.

21:35 (Fahrt nach Hause): Das Problem mit dem Scheinwerfer und dem Rücklicht konnte ich bis zum Abend nicht lösen. Mir fehlte die Zeit. Damit die anderen Fahrzeuge mich im Abendlicht sehen, zog ich von der CDI das Killkabel heraus und stellte am Zündschloss um auf Parken. So brannte vorne im Scheinwerfer zumindest die Parkleuchte und das Rücklicht brannte ebenfalls.

Am nächsten Tag schaute ich mir das Kerzenbild an.

Die Kerze ist eine NGK B9ES. Die Masseelektrode ist am vorderen Ende klassisch Rehbraun und wird nach hinten grau. Das ist ein Zeichen für eine optimale Verbrennung. Der Isolator um die Mittelelektrode ist trocken und grau, ebenfalls ein gutes Zeichen. Der Gewinderand ist dunkelgrau und weitgehend trocken. Gefahren wurde vornehmlich im unteren und mittleren Drehzahlbereich, etwa Viertel- bis Halbgas.

12. – 13. August

12. August: Kickstarter ausgewechselt. Die Verzahnung hat sich aufgelöst. Die Elektrik im Bereich Scheinwerfer/Rücklicht muss ich noch durchprüfen.

13: August: Ich habe am Vormittag erstmal den Saft auf der Batterie mit einem Multimeter geprüft: 12,4 Volt bei Zündschlüssel im OFF. Das ist ok. Ich hatte aber vergessen, die Flüssigkeit in der Batterie nachzumessen. Das muss ich unbedingt nachholen.

Mit der Elektrik ging es auch gleich weiter: Mein Plan war, von der Stromquelle nötigenfalls bis zu den Verbrauchern (Scheinwerfer/Rücklicht) zu messen. Die Prüfung mit dem Multimeter erfolgte am Kabelkästchen hinter dem Vergaser. Dort kommen von der Zündgrundplatte die Kabel der Lichtspule heraus.

Bei laufendem Motor zeigte das Messgerät zwar etwas Spannung am violetten Kabel an, welches von der Lichtspule kam. Die Spannung lag aber unter 1 Volt.

Im Vergleich dazu leistete die Ladespule (gelbes Kabel) im Leerlauf ca. 12-13 Volt und wenn ich etwas Gas gab, dann erhöhte sich die Spannung auf 20, 30 und noch mehr Volt. Hier war also alles wie es sein soll.

Ich werde wohl das Polrad lösen müssen und dann schauen, wo der Fehler genau liegt im Bereich Zündgrundplatte. Eventuell ein Defekt an einem Kabel oder die Spule hat sich verabschiedet. Das bedeutet für die Vespa, dass diese erst mal nicht gefahren werden kann.

21. August: Schrauberei

Am frühen Abend konnte ich mich der Vespa widmen. Ich war schon gespannt (#Wortwitz 🙃) darauf, wo ich den Defekt finden würde. Zunächst wurden die Zylinderhaube und die Polradabdeckung demontiert. Die alte Zylinderhaube würde ich beim Zusammenbau gegen eine neue Haube wechseln.

Ich überprüfte nun den Motor auf eventuelle Undichtigkeiten. Sowohl am Zylinderfuß als auch am Zylinderkopf war jedoch alles trocken. Einzig und allein der Krümmer siffte am Auslass des Zylinders. Hier würde ich später mit etwas Würth Silicon abdichten. Das half bereits im Bereich Schnittstelle zwischen Krümmer und Resonanzkörper.

Das Polrad wurde demontiert. Auch hier überprüfte ich zunächst den Motor auf Undichtigkeiten. Traditionell zeugt unter der Zündgrundplatte eine kleine Getriebeölsuppe von einem defekten Kurbelwellensimmering. Doch der Bereich war Pfurztrocken. Der Simmering war also noch brauchbar.

Zwar war der Konus der Kurbelwelle etwas siffig. Doch handelte es sich hierbei um einen Fett-Schmodder Siff. Beim Zusammenbau bekommt der Konus von mir immer eine dünne Schicht Industriefett spendiert, damit dieser nicht rostet.

Der Fehler war recht schnell gefunden. Spule Nummer 4 wackelte. Durch die lockere Spule ist anscheinend eine Lötstelle rissig geworden, so dass hier nur noch minimal Strom durch konnte. Auffällig erschienen auch die Flachstecker am violetten und gelben Kabel der Zündgrundplatte, da diese etwas locker am Leiter der Kabel waren. Diese würde ich ebenfalls erneuern.

Die Zündgrundplatte wurde ausgebaut, denn ich wollte mir diese genauer anschauen. Zum Schluss wurden noch die Einstellschrauben am Vergaser überprüft.

  • Leerlaufgeschmischraube: 1,5 Umderhungen.
  • Standgasschraube: 2,5 Umdrehungen.

Während der Arbeiten habe ich mit Kettenreinigerspray Verschmutzungen am Motorblock und den Bauteilen entfernt.