StartseiteWissenWartung und Inspektion › Vespa P200E VSX1T *66647* 2020
Veröffentlicht: 10 Jan 2020 @ 18:14. Letzte Revision: 26 Jul 2020 @ 12:34.
Ralf Peters›, 4610 Wörter, 23 Bilder und 8 Fußnoten. Beitrag ID: 15178.

Überlegungen für 2020

2019› war für meine Vespa ein bescheidenes Jahr hinter der Garage, jedoch mit viel Lichtblicken und weiten Schritten nach vorne.

Anfang Januar 2020 bin ich eigentlich guter Dinge bezüglich der Vespa. Der Motor ist fertig. Ein großer Karton steht seit Oktober bei mir Rand voll mit Ersatzteilen. Vor mir liegt noch einiges an Kleinkram Arbeit. Das Problem ist, ich habe an der neuen Wohnung noch keine Garage, nur einen Abstellplatz. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich die Vespa am alten Platz für den TÜV vorbereiten werde.

Damit die Motivation auch nicht zu kurz kommt, habe ich mir ein Ziel gesetzt: die 12. Scooter Center Customshow am 25. April 2020›. Das sind knapp 3 Monate. Wenn alles gut verläuft, dann werde ich die Vespa bis zu diesem Termin fertig haben mit TÜV.

Ende Januar wird es losgehen . Ich habe dort ca. 1 Woche Zeitfenster für mich. Die Zeit dürfte ich auch benötigen. Ich schreibe mir derzeit einen Plan mit den jeweils notwendigen Arbeitsschritten, damit ich die mir zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzen kann. Wenn es mich nicht all zu sehr stört, werde ich auch einige Filme drehen. Das mit dem Filmen ist eine sehr zeitaufwendige Sache. Deswegen bin ich mir nicht ganz so sicher, ob ich das einhalten kann. Auf jeden Fall will ich Fotos machen. Auch das mehr als sonst. Einige Themen sind mir schon eingefallen für einen Beitrag:

  • Tacholeitung reparieren (Leitsilber); fällt weg, da das „Leitsilber“ qualitativ minderwertig ist.
  • Zündgrundplatte Kabel löten
  • Bremsflüssigkeit auffüllen
  • CDI Kabel reparieren
  • MRP Gepäckfachbox befestigen
  • Zündschloss umbauen in Handschuhfach
  • etc.

Folgende Dinge müssen an der P200E gemacht werden (Das wird noch mal eine lange Liste ):

  • Schleifen & Grundieren:
    • Beinschild & Rahmen Mitteltunnel
    • Handschuhfach & Deckel
      • Schleifen
      • In das Handschuhfach kommt eine Bohrung für das Zündschloss
      • grundieren
      • Gummiproppen einfügen
      • Handschuhfachgummi aufziehen
      • Gelenke bzw. Hebel und Schloss fetten
    • Rahmenheck & Batterieseite
    • Drop Bar (hier muss auch noch einmal fein gespachtelt werden)
    • Sitzbank noch einmal schleifen und Restlack entfernen. Eventuell polieren.
  • Tachometer
    • Die Kontrollleuchte „Blinker“ hat einen Massedefekt. Ich werde die Leitung mit Leitsilber reparieren.
    • Adapterkabel an MY Tacho anschließen und mit alt Kabelbaum verbinden. Die Stecker in Richtung Kabelbaum müssen befestigt werden.
    • MY Tacho mit Gummidichtring bestücken.
    • Tachowelle in das Steuerrohr einfädeln und an Tacho und Ankerplatte anschließen.
  • Zündgrundplatte
    • Zündgrundplatte ausbauen
    • Alte Kabel entfernen
    • Zündgrundplatte eventuell reinigen
    • Neue Kabel anlöten mit neuen Steckern
  • Motorschrauben
    • Neue M7 Motorschrauben montieren und mit Drehmoment anziehen
  • CDI
    • Neues gelbes Kabel anlöten
  • Schaltzüge:
    • Gummi für Schaltzüge im Rahmen einfügen
    • Schaltzüge befestigen und einstellen.
    • Halteblech für Schaltzüge montieren.
  • Kupplung
    • Kupplungsdeckel prüfen: Eventuell nehme ich hier doch Material weg, damit der Breitreifen mehr Platz hat.
    • Einbau des Kupplungshebels mitsamt neuer Kupplungshebelschraube.
    • Gummi für Kupplungszug im Rahmen einfügen
    • Neue Kupplungszughülle einführen
    • Kupplungszug anschließen und einstellen. Anschließend fetten.
  • Rücklicht einbauen
    • V50 Rücklicht mitsamt Gummi und Universalfassung anpassen.
  • Scheibenbremse
    • Bremspumpe an den Lenker schrauben
    • Dichtsofitte mitsamt Banjo an die Bremsleitung montieren
    • Bremsleitung an Scheibenbremse anschließen
    • Bremsflüssigkeit einfüllen.
    • Kabel von Bremspumpe zu Fußbremse verlegen.
  • Lenker
    • Schaltgriff und andere bewegliche Teile fetten
    • Kabelanschluss Scheinwerfer neu verlegen
    • Durchgangsmessungen an den Kabeln
    • Gegebenenfalls neue Stecker befestigen
  • Seilzugchoke 
    • Der Seilzugchoke machte Probleme. Da muss optimiert werden.
  • Gaszug:
    • Der Gaszug wurde noch nicht auf ein ordentliches Maß gekürzt.
    • Gummi für Gaszug im Rahmen einfügen
  • Stoßdämpfer:
    • Schrauben mit Drehmoment anziehen.
    • Stoßdämpfer hinten unten noch ein wenig nach rechts versetzen.
  • Spannungsregler
    • Im Rahmen einbauen
    • Kabel anschließen
  • Blinkergeber
    • Im Rahmen einbauen
    • Kabel anschließen
  • Batterie & Gepäckfachbox
    • Gummipuffer in Batteriehalter eindrücken
    • MRP Gepäckfachbox & Batteriehalter an Rahmen befestigen
    • Batterie einklemmen mit Batteriehaltegummi
    • Kabel anschließen
  • Fußmatte Durchstieg & Trittleistensatz
    • Fußmatte mit 8 Schrauben befestigen (Die mitgelieferten Schrauben sind qualitativ eher schlecht)
    • Trittleisten mit M3 Schrauben befestigen
  • Blinkerkabel
    • Blinkerkabel einfügen und befestigen
  • Seitenhaubenverriegelung
    • Buchsen in Rahmen einfügen
    • Seitenhaubenverriegelung montieren
    • Gummis befestigen
  • Tank
    • Kabel für das Benzinstandmessgerät einbauen.
    • Neue Tankgeberdeckelkappe montieren.
    • Halterung für das Kabel einbauen.
    • Eventuell muss ich noch ein Loch in den Rahmen bohren für das Kabel.
  • Lenkschloss
    • Gummi am Lenkerschloss einfügen
    • Lenkschloss fetten.
  • Hauptständer
    • Fetten und neue Feder einbauen.
  • Rückspiegel
    • Montage

Schleifen & Grundieren

Vorüberlegungen

Das Anschleifen der Bauteile wird kein Problem sein. Ein Problem werden die derzeitigen Temperaturen sein. Die Kälte in der Winterzeit stellt Lackierer vor Herausforderungen: Die Temperaturen unter 20 Grad erschweren den Lackierprozess. Bei den chemischen Vorgängen spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Moderne Lacke sollten beim Auftragen zwischen 20 und 30 Grad Celsius warm sein. Die Viskosität des Lackes bei diesen Temperaturen ist dann meist optimal. Bei zu niedrigen Temperaturen können Lackfehler wie „Orangenhaut“ entstehen.

Das Thema Wärme betrifft nicht nur den Lack – auch das Blech der Wespe darf nicht zu kalt sein. Andernfalls bildet sich beim Erwärmen ein Feuchtigkeitsfilm auf der Blechoberfläche. Dieser kann zu Problemen bei Verlauf, Oberflächen Benetzung und Haftung des frischen Lacks führen. Hinzu kommt, dass Langzeitschäden auftreten können durch Blasenbildung. Ein perfektes Arbeitsergebnis ist mit kaltem Blech praktisch unmöglich. Wenn ich eine Garage bekomme, dann stelle ich den Roller definitiv in der beheizten Garage ab. Ich habe einen Industriescheinwerfer, welcher viel Wärme ausstrahlt, als auch ein Warmluftgerät. Diese werden zum Einsatz kommen und bereits zeitig vor dem Lackiervorgang für eine entsprechende Temperatur sorgen.


Tachometer

05.10.2019

Vorüberlegungen

Bei der Überprüfung des MY Tachometers› Ende letzten Jahres ist mir aufgefallen, dass auf der blauen Leitfolie auf der Rückseite des Tachos die Masseleitung defekt ist. Die hauchdünne Kupferleitung ist durch den Knick am Rand durchgebrochen. Leider gibt es von Piaggio keinen Ersatz für die Folie und es war konstruktionsbedingt nur eine Frage der Zeit, bis die Leitung an diesem Knick durchbrach. Abhilfe würde ein leitfähiges Material schaffen, mit welchem ich den Bruch überbrücken könnte. Nach einigen Recherchen bin ich bei Amazon fündig geworden und habe dort 0,2ml leitfähigen Silberkleber» bestellt (Bitte nicht nach machen und weiter lesen  ).

10.01.2020: Der sehr günstige „Kleber“ kommt in einer kleinen 10ml Spritze daher und bleibt laut Angabe auch auf flexiblen Untergründen haftend. Die Bezeichnung „Kleber“ ist wohl ein Übersetzungsfehler. Es kommt mir viel mehr wie ein silbriger Lack vor. Von der Konsistenz ist es wie Nagellack. Wie lange das Aushärten dauert, ist im Augenblick noch unklar. Ich habe heute um 18:14 etwas von dem Material auf einen glatten Plastikuntergrund aufgetragen. Ob das Material auch den Strom tatsächlich leitet, werde ich später mit einem Multimeter prüfen. 18:35 Das Material ist immer noch nicht ausgehärtet. Ich habe in den Lack die Prüfspitzen des Multimeters gehalten und eine Durchgangsprüfung durchgeführt: Kein Durchgang . Möglicherweise muss das Zeug erst aushärten. Hoffen wir mal das Beste.

2 Tage später ….

Da leitet nichts. Absolut gar nichts. Ich habe kein Leitsilber bestellt sondern eine silbrige Pampe, die nicht das hält, was sie verspricht. Ich werde noch einen Versuch machen, indem ich diese Flüssigkeit einmal richtig durchmische. Alternativ werde ich dann wohl umsteigen auf Lötzinn. Auf der Leitfolie erkennt man 2 Stellen, auf denen Lötzinn aufgetragen wurde. Daraus folgere ich, dass die Leitfolie wohl kurzzeitig Temperaturen von bis zu 240 Grad aushalten kann.


Zündgrundplatte

30.01.2020

Heute habe ich die Kabel der Zündgrundplatte noch einmal neu verlötet und die Grundplatte wieder in den Motor verbaut. Zwar hatte ich bereits im Oktober 2019 neue Kabel verlötet, jedoch wollte der Motor wieder nicht anspringen. Außerdem habe ich keine Fotos für das Archiv gemacht. Der Grund dafür, dass der Motor nicht ansprang, war nun gefunden: Die Düsen im Vergaser waren wieder zugesifft nach noch nicht mal einem halben Jahr. Entweder es liegt am Biosprit oder Motoröl, welches ich bisher noch nicht verwendet habe. Never Change a running System. Ich werde mir wieder mein Motorex Motoröl› kaufen. Wenn die Düsen dann immer noch versiffen, dann werde ich keinen Biosprit mehr in der Vespa verwenden. Irgendwo muss der Hund ja begraben sein.

Bremspumpe & Rückspiegel

3.-4. Februar 2020

Das Wetter am 3. und 4. Februar war sehr bescheiden. Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad. Dazu Dauerregen und keine Sonne. Die Lackierarbeiten müssen weiter nach hinten geschoben werden. Insgesamt verläuft der „Endspurt“ ganz gut. Die neue Kymco Bremspumpe› konnte ich problemlos montieren am Target Drop Bar›.  Beim Rückspiegel sah es etwas anders aus. Die Halterung für den Spiegel konnte ich nur mit einer M8 Schraube fixieren, was nicht weiter schlimm ist. Eine Madenschraube am Spiegel selbst war von sehr schlechter Qualität und vermackte sofort beim ersten Einbau. Ich habe zunächst als Ersatz eine M8 Sechskant eingeschraubt. Im Baumarkt gab es leider keinen adäquaten Ersatz.

Lackierarbeiten

5. Februar 2020

Am frühen Morgen lagen die Temperaturen immer noch bei bescheidenen 3 Grad. Ich musste aber nun endlich die restlichen Rahmenbereiche grundieren, denn sonst würde ich mit meinem Plan hinter der Zeit her hinken. Mit einem Halogenscheinwerfer brachte ich die Rahmenbereiche auf Temperatur und die Lackdose hielt ich auf der Heizung warm. Ich war sehr skeptisch und dachte schon an übelste Läufer und nicht haftenden Lack. Vorsichtshalter wurden die zu lackierenden Stellen noch einmal angeschliffen und mit Spiritus entfettet. Der Lackiervorgang selbst gestaltete sich dann einfach und problemlos. Keine Läufer, alles top.

Blick auf das Heck nach dem Grundieren mit aufgeschraubtem V50 Rücklicht.
Nachdem der Rahmen mit Halogenscheinwerfern und anderen Leuchtmitteln aufgewärmt war, wurde in dünnen Schichten die Grundierung aufgetragen.

Bei der SIP Sportsitzbank EVO II CARBON› wurde noch einmal alter Lack entfernt. Das Carbon ist sehr gut erhalten, die Klarlackschicht muss in naher Zukunft noch einmal aufpoliert werden. Zur Aufarbeitung des Target Drop Bars›, speziell der Lenkerkopfabdeckung, bin ich dann nicht mehr gekommen.

6. Februar

Heute ist nicht sonderlich viel passiert. Ich hatte am Vormittag einen Termin und anschließend ging es in den Baumarkt zum Kleinteilekauf (Und zum CPM1Currywurst Pommes Mayo futtern ). Am Nachmittag schaute ich mir die Verkabelung auf der Battterieseite an.

Schaltplan, Vespa, PX, alt, Ducati, Batterie, Blinker, P200E, P80X, P125X, P150X,

Die Kabel selbst sind in einem guten Zustand. Die Flachstecker mitsamt Isolierung müssen erneuert werden. Ich hatte vor Jahren den Kabelbaum gebraucht gekauft und der Vorbesitzer hatte anscheinend Probleme mit einem elektrischen Bauteil, denn einige Isolierungen waren angeschmort. Eventuell werde ich mir eine neue Sicherung mitsamt Gehäuse bestellen. Die alte schaut doch recht mitgenommen aus. Folgende Durchgangsmessungen habe ich durchgeführt:

  • Rotes Kabel vom Kabelkasten2Position 11 im Schaltplan bis zur Sicherung3Position 15 im Schaltplan ist ok
  • Rotes Kabel von Sicherung bis Zündschloss4Position 3 im Schaltplan ist ok
  • Gelbes Kabel von Kabelkasten5Position 11 im Schaltplan bis Spannungsregler6Position 16 im Schaltplan ist ok
  • Violettes Kabel von Kabelkasten7Position 11 im Schaltplan bis Spannungsregler ist ok
  • Violettes Kabel von Spannungsregler bis Kabelkasten8Position 7 im Schaltplan ist ok
  • Schwarzes Kabel von Kabelkasten bis Spannungsregler ist ok.

Leider sind die 7 Tage auch schon wieder um. Etwas mehr als die Hälfte von dem, was noch am Roller zu werkeln ist, konnte ich in diesen Tagen abarbeiten. Ich schätze, da stecken noch ca 7 Tage Arbeit im Roller, damit ich diesen schlussendlich beim TÜV vorführen kann. Ich hoffe, dass ich bis zum 28.3. noch entsprechend Zeit habe. Insgesamt sind die Arbeiten an der Vespa gut verlaufen. Es gab keine erheblichen Rückschläge, sicherlich aber hin und wieder leichte Schrecksekunden, beispielsweise als die Madenschraube am Rückspiegel feststeckte. Die Vespa wird für den TÜV sicherlich nicht in einem aufpoliertem Customfinish erscheinen, sie wird jedoch technisch top sein. Ich habe schon schlimmere Wespen in meinem Leben gesehen:

17. März 2020

Heute habe ich Kupplungszüge und Schaltzüge eingebaut. Die voll-hydraulische Scheibenbremse wurde angeschlossen. Die Kompressionsmessung am alten Malossi 210 ergab 10 bar (kalter Motor, Schieber ganz auf), was ich als sehr gut bezeichne.

Gegen 17:30 habe ich 1 Liter Gemisch in den Tank gekippt und dann hielt es mich nicht länger: Ich habe den Roller auf die Straße geschoben und angeworfen. Nach dem 3. Kick kam die Überlegung: „Na, haste auch alles angeschlossen?“. Doch beim 4. Kick sprang der Motor an und lief gleichmäßig im Stand. Helm auf, Choke raus, 1. Gang, ein seichtes klacken, Kupplung kommen lassen und dann ging es los.

Cool bleiben, Augen und Ohren auf.

Die gute alte Cosa Kupplung entließ mich butterweich in den 1. Gang und ab ging die Post. Problemlos schaltete ich in den zweiten Gang. Der Roller gierte vorwärts. Kurz Fuß- und Handbremse getestet. Alles prima eingestellt, die Vespa kam sofort zum Stehen.  Ich fuhr einige male die Nebenstraße hoch und runter, dann setzte ich die Vespa auf den Hauptständer und ließ sie im Standgas tuckern. Ein dumper gleichmäßiger Klang pochte aus dem Endschalldämpfer des SIP Performance. Kurz die Zylindertemperatur testen mit der Hand: Lauwarm. Das ist der Vorteil eines Aluminiumzylinders.

Schlussendlich fuhr ich noch auf die abgelegene Landstraße und gab Vollgas. Kein Stottern, kein Verschlucken. Die Vespa beschleunigte brutal nach vorne und presste mich nach hinten vor den Höcker der Sitzbank. Ich denke, das wird sich auch mit vollem Tank nicht großartig ändern. Der Motor macht leistungstechnisch einen extrem guten Eindruck. Die Erhöhung des Verdichtungsverhältnis zusammen mit der leichten Reduzierung der Übersetzung waren sicherlich ausschlaggebend. Da ich nur 1 Liter getankt hatte, machte ich schnell kehrt und fuhr wieder heim.

Fazit: Ich bin mehr als zufrieden. Die Gänge ließen sich sauber schalten. Die Kupplung trennte hervorragend. Das Zündkerzenbild der neuen Kerze konnte sich bereits nach 3 km sehen lassen: Auf der Elektrode waren feine taubengraue Ablagerungen, der Rand zum Gewinde hin war feucht schwarz. Ich würde aber noch einige Kilometer fahren müssen, um ein genaueres Bild zu erhalten.

Die Bremsen verrichteten ihren Dienst. Jetzt kommt nur noch die Elektrik. Und dann geht es ab zum TÜV.

Motorkomponenten 2020

Stand: 17.03.2020

  • Motor: VDE1M – P200E. Einlass bearbeitet und angepasst an Polini Ansaugstutzen› mit Spacer. Feinschliff kommt noch.
  • Zylinder: Malossi 210 alt Zylinderkit› mit vergrößerten Fußfenstern. Auslass in die Breite gezogen (Trapez). Sehnen-Maß ca. 67-68% der Bohrung. Dazu ein Asso Kolben 68,5 mm mit entfernten schraffierten Flächen und Polini Kolbenbolzen. Die Steuerzeiten liegen  bei ∼ 180/120.
  • Zylinderkopf: MMW (gekauft 2000) und selbst optimiert. Mit 0,8 mm Quetsche außen am Kolbenrand und 1,5 mm Spiel an der Grenze zwischen Quetschfläche und Brennraumkuppel. Berechnetes Verdichtungsverhältnis von ∼ 11,3:1 und Zylinderkopfvolumen von ∼ 20 ccm. Der positive Öffnungswinkel beträgt 19,84 Grad.
  • Kompression: 10 bar bei kaltem Motor und 14 Grad Außentemperatur.
  • Kurbelwelle: Mazzuchelli Rennwelle 57 mm Hub und 110 mm Pleul›. Einlasszeiten ∼ 114 Grad vor OT bis ∼ 75 Grad nach OT.
  • Vergaser: Dellorto PHBH 30 BS› mit Tomaselli Kurzhubgasgriff und CMD Snake Head›. Eine Unterdruck Benzinpumpe Mikuni DF44-210 ist geplant.
    • Hauptdüse: 132
    • Nebendüse: 55
    • Starterdüse: 70
    • Mischrohr: AS266
    • Nadel: X2 2. Clip von oben.
    • Schieber: 40
    • Schwimmerventil: 250
    • Filter: Derzeit ein RAMAIR Luftfilter MV-005, schwarz 43mm›
    • Gemischeinstellschraube: 3 ½ Umdrehungen vom Anschlag raus
    • Standgasschraube: 3 ¼ Umdrehungen vom Anschlag raus
  • Ansaugstutzen: Polini Ansaugstutzen für Vespa Drehschieber Motoren› mit 6 mm Spacer
  • Zündung: Ducati mit 19 Grad vor OT über Markierung eingestellt. Muss noch geblitzt werden.
  • Auspuff: SIP Performance 1.2 Edelstahl›
  • Kupplung: Am Kupplungskorb mit Ring Verstärkte Cosa 2 Kupplung› mit 23 Zähne Ritzel. Nieten im Innenkorb geschweißt.
  • Getriebe: Kurzer 4. Gang 36 Zähne von Vespa P125X›. Rest original Vespa P200E. 3. Übermaßring mit 0,4 mm Spiel.

25. April: Montage Kantenschutz

Kurz nach der Montage des Kantenschutzes

Zunächst habe ich die Beinschildkanten mit Schmierfett eingesprüht. Dann habe ich den Kantenschutz Stück für Stück auf das Beinschild gezogen. Ich musste vorher das Handschuhfach abchrauben und die Blinker. Die Kantenschutzmontage hat ca. eine Stunde gedauert, weil ich das noch nie gemacht habe. Ich bin ganz vorsichtig vorgegangen. Schlussendlich wurde ich dann belohnt durch einen Kantenschutz, der nirgendwo Macken hat oder Montagebeschädigungen. Schaut toll aus und harmoniert sehr gut mit den Chromeblinkern.

29. April: Zündschloss mit Kabel in das Handschuhfach verlegen

Wo ich dann schon mal das Handschuhfach ab hatte, konnte ich auch gleich die Kabel zum Zündschloss verlegen. Ich habe die Bohrung für das Blinkerkabel genommen und das Gummi entfernt. Trotzdem wird es knapp. Damit alle Kabel passen, werde ich wohl die Schlauch um die Kabel entfernen müssen.

26. Mai 2020

Testfahrt in Richtung Habinghorst

Heute habe ich die Nebendüse im Vergaser Dellorto PHBH gereinigt. Die Düse war mal wieder völlig verstopft. Genau das war der Grund, warum ich bei der Testfahrt am 13. Mai eine sehr schlechte Gasannahme mit der Vespa hatte und im Prinzip über die Nadel anfahren musste. Kurz vor 18 Uhr fuhr ich eine kleine Testrunde. Es ging über die Merveldstraße in Richtung Datteln.

Batterietest

Gegenüber der Auffahrt zur Autobahn A-2 ist ein schattiger Parkplatz, der selten belegt ist. Perfekt, um hier in Ruhe einige Dinge an der Vespa zu kontrollieren. Auf meinem Plan stand die Überprüfung der Batterie mit dem Multimeter. Ich wollte wissen, ob die Batterie geladen wird. Leider musste ich feststellen, dass die Batterie nun völlig hinüber ist. Gerade mal 2 Volt werden beim Laden angezeigt und ohne Laden ist kaum etwas messbar. Vor 1 Monat gab es noch Lebenszeichen von der Batterie und ich dachte, sie würde sich im Fahrtrieb erholen. Satz mit X: War wohl nix. Eine neue Batterie muss her.

Fetter Nebendüsenbereich

Auf der Rückfahrt stellte ich fest, dass die Vespa im Nebendüsenbereich ein wenig fettelte. Wieder zu Hause, schraubte ich die Zündkerze heraus. Sie war im Bereich der Elektroden pechschwarz und am Rand feucht.

31. Mai 2020

Heute habe ich das Typenschild am Rahmentunnel angebracht. Beim Einschlagen der 5mm Zahlen musste ich mit dem Hammer nicht viel Kraft aufwenden, denn das Blech ist sehr weich. Mit zwei Blechschrauben wurde das Typenschild sodann am Rahmentunnel befestigt. Die Gemischeinstellschraube am Vergaser Dellorto PHBH wurde etwas mehr als eine halbe Umdrehung magerer gestellt auf 2,6 Umdrehungen. Grund: Der Motor lief mit fast vollem Tank zu fett. Das lag sicherlich daran, dass ich die erste Vergasereinstellung bei fast leerem Tank gemacht habe. Bei der nächsten Motorrevision werde ich eine Benzinpumpe verbauen.

Testfahrt

Vespa P200E kurz vor der Testfahrt.

Kurz nach 4 fuhr ich mit der neuen Vergasereinstellung eine kleine Testfahrt über knapp 5 km zur Tankstelle meines Vertrauens in Herne und wieder zurück. Der Weg führte auf der mit zahlreichen Bäumen bespickten Pöppinghäuser Straße über die Emscherbrücke. Der Motor nahm das Gas im Nebendüsenbereich sehr gut und ohne Widerspruch in Form von viertakten an, ein Zeichen für eine optimale Verbrennung. Ich konnte nun mit der Vespa im unteren Drehzahlbereich über die schattige Straße problemlos dahinschnurren. Wieder zu Hause, fühlte ich die Zylinderkopfabdeckung ab: Etwas mehr als Handwarm. Typisch für einen Aluminiumzylinder. Das Zündkerzenbild schaute aus, wie erwartet: Graubraun. Am Rand war die Zündkerze teilweise noch etwas feucht. Ich gehe davon aus, dass diese feuchte Stelle in einigen Kilometern verschwunden sein wird.

Zündkerzenbild von der Vespa P200E *66647*.

7. – 10. Juni 2020 – Bestellung von weiteren Ersatzteilen

Nach der Bestellung im Februar musste ich trotzdem noch einmal einiges an Verschleißteilen nachbestellen. Leider habe ich einiges übersehen. Hinzu kamen noch einige Bauteile zur Verbesserung der Performance am Roller. Insgesamt sind nun alle Bauteile an der Vespa in einem technisch einwandfreien Zustand. So habe ich für die nächste Zeit erst einmal Ruhe.

Blinkrelais  LUCAS 12V für Vespa PX mit Batterie

Ich habe kein Relais auf Reserve. Dieses Bauteil ging bisher an meiner Vespa noch nicht kaputt. Das derzeitige Relais ist noch ein Originalteil und hat mittlerweile 40 Jahre auf dem Buckel.

Batterie SCEED 42 „Energy“ 12V 5,5Ah

Wie sich heraus stellte, hat die alte Batterie nach 5 Jahren den Geist aufgegeben. Dementsprechend musste eine neue Batterie her. Ich entschied mich für eine Sceed24 Energy mit 12 Volt und 5,5 Ah

Sicherung -UNIVERSAL- mit Halter – 8A

Die alte originale PIAGGIO Sicherung war an den Flachsteckern bereits stark vergammelt. Ergo kommt Ersatz.

Gaszugkrümmer DELLORTO  M6 x 0,75 90°

Den Gaszugkrümmer benötige ich für mein Chokezugsystem. Ohne Gaszugkrümmer würde der Chokezug an die Seitenhaube geraten und das führt zu unnötigem Verschleiß.

Gummikappe Kabelkästchen PIAGGIO

Am Kabelkästchen über der Lichtmaschine fehlte noch diese Gummikappe.

Polradmutter-Abdeckkappe

Bei einer der letzten Testfahren ist mir die Polradmutter-Abdeckkappe abgefallen. Sie hatte bereits einen Riss und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Kappe mit 40 Jahren Laufzeit sich verabschiedete.

Gemischeinstellschraube  DELLORTO PHBH

Beim Einstellen des Vergasers fiel mir auf, dass die Feder der Gemischeinstellschraube mittlerweile kaum noch Federkraft besitzt. Damit sich die Gemischeinstellschraube während der Fahrt nicht verstellt, habe ich ein neues Set bestellt. Mein Dellorto PHBH ist Baujahr 2001.

Stoßdämpferaufnahme CMD „Silent Scorpion“

Bisher hat mein Breitreifen hinten nicht am Stoßdämpfer geschliffen. Durch den Versatz des Motors um 10 mm steht der Stoßdämpfer schon merklich schräg und am Silentgummi entstehen höhere Kräfte. Der von mir verbaute Silentgummi ist neu und hält zwar trotz der Schrägstellung des Stoßdämpfers. Doch ich hatte bereits vor 21 Jahren einen Beinahe Unfall, als mir ein marodes Silentgummi auf Grund eines Breitreifenkits gerissen ist. Mit dem CMD „Silent Scorpion“ bin ich auf der sicheren Seite. Zusätzlich wird der Abstand zwischen Breitreifen und Stoßdämpfer deutlich vergrößert. Eine spannungsfreie Montage wird erstmalig bei einem um 10 mm nach rechts verschobenen Motorblock möglich, ohne dass Arbeiten am Rahmen nötig sind.

Tachoschneckenbuchse -VESPA- Vespa PX (ab Bj. 1998)

Kurz vor der Fahrt zum TÜV fiel mir auf, dass die alte Tachoschneckenbuchse gar nicht in die Grimeca Achsaufnahme passte.

Gummikappe Blinker vorne PIAGGIO

Die fehlte noch.

Schraubensicherung -WEICON 30243- mittelfest – 10ml

11. Juni 2020 – Fronleichnamschrauberei

Am Fronleichnam zog es mich in den Garten zum Schrauben.

Batterie befüllen

Bevor ich mich um die Batterie kümmerte, las ich zunächst die Bedienungsanleitung. Zunächst musste die Batterie mit Säure befüllt werden

Neue Gemischeinstellschraube einbauen

Für den Einbau der Gemischeinstellschraube musste ich vorab den Vergaser vom Ansaugstutzengummi demontieren. So kam ich besser mit dem Schraubendreher an die entsprechende Schraube. Ich drehte dann die Gemischeinstellschraube (GS) nicht heraus, sondern hinein und zählte dabei die Umdrehungen bis Anschlag: Insgesamt waren es 2,6 Umdrehungen, welche ich mir merkte. Folgend schraubte ich die GS mit Anbauteilen heraus, inspizierte die Bauteile und verglich sie mit den Teilen aus dem Dellorto Ersatzpaket:

  • Schraube
  • Feder
  • U-Scheibe
  • Dichtring

Die alte Feder war merklich ausgeleiert. Der alte Dichtring war gammelig. Deswegen war die alte GS auch ein wenig feucht mit Benzingemisch. Auf das Gewinde der neuen GS kamen einige Tropfen Schraubensicherung und dann wurde die Baugruppe wieder in den Vergaser hinein geschraubt mit 2,6 Umdrehungen. Die neue Feder gab nun merklich mehr Spannung auf die GS ab.

Einbau der Batterie mit neuer Sicherung

Nach dem Einbau der neuen Gemischeinstellschraube war die Batterie nun funktionsfähig und bereit zum Einbau. Ich befestigte die Verschlussstopfen in den Einfüllöffnungen der Zellen. An die Abgasöffnung kam der mitgelieferte Entgasungsschlauch, welcher leider etwas zerknickt war. Vor dem Einbau wollte ich noch die Spannung messen. Das Multimeter zeigte mir 12,59 Volt an, ein sehr guter Wert. Die alte Batterie wurde ausgebaut und die neue Batterie wurde unter der linken Seitenhaube in der vorgesehenen Batteriehalterung mitsamt neuer 8 Ampere Sicherung festgemacht. Zuvor stellte ich das Zündschloss auf OFF. Beim Einbau klemmte ich zuerst den Pluspol an. Pole und Klemmen musste ich nicht reinigen, da diese neu waren. Ich gab an die Anschlüsse ein wenig Polfett. Als ich das Zündschloss auf ON stellte und die Fußbremse drückte, brannte sofort das Bremslicht. In der Zündschlossstellung PARK brannte die Standlichtbirne im Klarglasscheinwerfer und im Rücklicht. In den nächsten Tagen würde ich die restlichen Verbraucher testen. Soweit schien alles in Ordnung.

Einbau der Stoßdämpferaufnahme CMD „Silent Scorpion“

Zunächst schaute ich, ob alle Bauteile des „Silent Scorpion“ in der Verpackung waren:

  • Schlitten mit Dämpferaufnahme (1)
  • Rahmen-Montageplatte (1)
  • Distanzplatten (2)
  • Sicherungsschraube mit U-Scheibe(1)
  • Rahmenschraube (1)

Die beiden Distanzplatten hatten eine Höhe von 4 mm und 6,2 mm. In Kombination mit der Rahmen-Montageplatte und dem Schlitten mit Dämpferaufnahme ersetzten die Bauteile als Baugruppe die Standard-Distanzmutter am Stoßdämpfer. Die Distanzplatten mussten von mir auf den Flächen etwas mit 400er Schmirgelpapier bearbeitet werden. Beim Zusammenbau verwendete ich für die Schrauben eine mittelfeste Schraubensicherung. Den Schlitten rieb ich mit Fett ein. Dies würde später das Zusammenschieben mit der Rahmen-Montageplatte wesentlich erleichtern.

Juli 2020

Kleinkram überarbeiten

Man sollte ja meinen, dass man an einer Vespa nach einem Neuaufbau nicht mehr schrauben bräuchte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Gerade in dieser Phase direkt nach dem Neuaufbau kommt sehr viel Kleinkramarbeit hinzu.

Der Abdeckung des Target Drop Bars gönnte ich eine gehörige Portion Spritzspachtel und Füllspachtel. Am 11. Und 12. Juli verbrachte ich die Abendzeit damit, die Formgebung der Abdeckung mit 400er Schleifpapier zu verfeinern. Schlussendlich gab es eine kurze Dusche mit der Grundierung. Die Abdeckung ist nun nahezu perfekt.

Ich bin endlich dazu gekommen, den Seilzug vom Gaszug zu kürzen. Zusätzlich habe ich das Ende vom Gaszug mit Lötzinn versiegelt, da der Gaszug dazu neigt am Ende auszufransen.

22. Juli 2020 @ 19:43

Den Hebel der Bremspumpe für die Scheibenbremse Grimeca habe ich im Bereich des Tomaselli Kurzhubgasgriffes noch etwas mit dem Dremel abgeschliffen (Pfeil 1), da der Hebel beim Durchziehen doch bedenklich nahe an den Gasgriff gelangt.

Zudem habe ich am Gasgriff Markierungen angebracht (Pfeil 2 & Pfeil 3), welche zusammen mit dem Schlitz (Pfeil 4) die Gasschieberöffnung anzeigen.

Bei einer Routinemessung fiel mir auf, dass die Spannung der Batterie von 12,4 Volt auf 6 Volt gesunken ist. Ich hatte vergessen, das Zündschloss von „Run“ auf „Off“ zu stellen. Die Batterie habe ich dann an ein Ladegerät angeschlossen, um sie wieder aufzuladen. Möglicherweise hat irgendwo in der Elektronik ein Bauteil von der Batterie Strom gezogen.

Am Zündschloss hat sich das Kabel vom Steckplatz 6 gelöst. Während der Fahrt kommt durch dieses Kabel auf 12 Volt geregelter Wechselstrom, welcher die Parkleuchte und das Rücklicht mit Strom versorgt.

18. Juli 2020, 18:00: Ausfahrt über Pöppinghausen

  • Wetter: Sonnig warm mit 25 Grad
  • Kilometerstand vor der Fahrt: 54295, Kilometerstand nach der Fahrt: 54319.
18. Juli 2020 Ausfahrt mit der Vespa P200E 18:38: Kurze Pause mit der Vespa auf der Pöppinghauser Straße am Haus Nr. 125. Das Haus wurde 1914 erbaut. Kurz hinter dem vor mir liegenden Waldstück befindet sich die Pöppinghauser Dorfkirche.

Kurz nach 18 Uhr wollte ich auf einer Probefahrt einige Veränderungen prüfen. Die Temperaturen lagen bei etwa 25 Grad. Leider ließ sich vor der Abfahrt der Motor nicht starten. Der Stage6 Chokezug-Set in Kombination mit dem Dellorto Chokeschieber machte Probleme. Anscheinend wurde der Choke-Schieber nicht weit genug geöffnet und es gelangte kein Sprit in den Motor. Also ab auf die Straße, 2. Gang rein und dann anschieben und Kupplung kommen lassen. Nach ca. 10 Metern kamen bereits die ersten Zündungen und der Motor päppelte sich hoch in den Leerlauf. Ein weiteres Problem zeigte sich: Das Rücklicht brannte nicht. Ich vermutete, dass sich wieder das Kabel von Steckplatz 6 am Zündschloss gelöst hatte. Das Bremslicht funktionierte.

Also fuhr ich los in Richtung Henrichenburg. Am Gasgriff hatte ich Markierungen mit einem Edding aufgezeichnet, damit ich wusste, wie weit der Schieber im Vergaser geöffnet war. Bis 1/3 Schieberöffnung (Nebendüse) hatte ich leichtes Fetteln, ab 1/3 Schieberöffnung gute Gasannahme. Ich fuhr die meiste Zeit im Bereich Halbgas, also Schieber halb geöffnet.

Von Henrichenburg aus fuhr ich in Richtung Pöppinghausen und machte dort eine kurze Pause, in welcher ich die Gemischschraube eine halbe Umdrehung zurücksetzte, also magerer. Vorerst. Möglicherweise liegt das Anfetten bis 1/3 Schieberöffnung auch am Chokesystem.

Wieder zu Hause, wurde der Ladestand der Batterie mit dem Multimeter gemessen. Die Batterie wurde aufgeladen. Waren es vor der Fahrt noch 7,99 Volt, so waren es jetzt 12,04 Volt. Insgesamt fuhr ich 24 Kilometer laut MY Tachometer.

20. Juli 2020: Kleine Schrauberei

Nach den Problemen mit der Stage6-Dellorto-Ziehchoke-Kombination baute ich den Dellorto-Klappchoke wieder am Vergaser ein, da ich mit diesem nie Probleme hatte.

Benzinschlauch verkürzt und um verlegt.

Zündschloss Kabel

22. Juli 2020: Lackierarbeiten

22. Juli 2020:Steuerrohr und Hauptständer nachlackiert.

Der Hauptständer und das Steuerrohr der P200E hatten im Laufe der Jahre Patina gebildet. Heute sollten sie nachlackiert werden. Nachdem ich die Flächen mit 400er Schleifpapier angeraut hatte, deckte ich die Umgebung der zu lackierenden Teile mit altem Zeitungspapier ab. Nun trug ich mit Zinkspray eine neue dünne Schicht auf. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Die SIP-Felge vorne zeigt mittlerweile erste kleinere Rostspuren. Der Lack darüber bläst sich auf. Da ich die Bremstrommel und die Piaggio Achsaufnahme im werksfrischen Zustand zum gleichen Zeitpunkt (Sommer 2017) verbaut habe, stelle ich fest, dass die Qualität der Lackierung von der SIP Felge zu einer wesentlich kürzeren Haltbarkeit führt.

23. Juli 2020, 15:30: Ausfahrt

  • Wetter: Sonnig warm mit 25 Grad.
  • Kilometerstand vor der Fahrt: 54319, Kilometerstand nach der Fahrt: 54339

Mit Klappchoke ließ sich die P200E an diesem sonnigen Tag wieder problemlos starten und lief unmittelbar nach dem ersten Tritt auf den Kickstarter kräftig an. Auch das Rücklicht brannte wieder.

Die Neueinstellung der Gemischschraube am 18. Juli bewirkte, dass der Motor nun nicht mehr bei 1/3 Schieberöffnung etwas fettelte bei der Gasannahme.

So konnte ich über die Landstraße in Richtung Henrichenburg entschleunigt dahin tuckern. Die Kupplung rutschte minimal bei gezogenem Hebel in einem Gang. Möglicherweise sind die Kupplungsfedern in die Jahre gekommen und haben etwas an Federkraft verloren. Problematisch ist es nicht. Der Punkt kommt trotzdem auf die Liste.

Hinter Pöppinghausen gab ich Vollgas und konnte die Vespa auf etwa 100 km/h beschleunigen (Der MY Tacho zeigte 120km/h an). In der Reginastraße angekommen an meiner traditionellen Kippenpausenecke nahm ich am warm gefahrenen Motor noch etwas Standgas über die Einstellschraube am Schieber zurück. Auf Grund der zurück genommen Gemischschraube (also etwas magerer) drehte der Motor zunächst minimal höher.

Ich wollte nun in aller Ruhe die Zündung blitzen, doch ich stellte fest, dass der Kolbenstopper nicht mit dem Whale harmonierte. Also ab nach Hause. Der Ladestand der Batterie betrug 12,09 Volt. Ich bin laut MY Tacho insgesamt 20 Kilometer gefahren.


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3 Kommentare

Winfried

Winfried · 11. Januar 2020 um 22:09

Was macht das Leitsilber? Tut sich da schon was?

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    Ralf

    Ralf · 12. Januar 2020 um 13:25

    Satz mit X … war wohl nix. Es ist kein Leitsilber, sondern Silberpampe, die nicht leitet.

    0

Maximilian Braun · 28. Juni 2020 um 23:56

Vielen lieben Dank für den wertvollen Beitrag!
Lesenswert Blog.

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