Der Hidden Power Scooter Club aus Hagen stellte 1994 nach jahrelanger Runerfahrung ein eigenes Treffen auf die Beine. Der Scooter Run sollte in Hagen veranstaltet werden. Da die Stadt Hagen eine definitive Zusage für das Gelände (ein ehemaliger Fußballplatz) erst eine Woche vor dem Treffen geben wollte, mussten Mitglieder  des Hidden Power S.C. das Treffen nach Sprockhövel verlegen. Bei der Cutsomshow 1993 in der Vestlandhalle in meiner Heimatstadt Recklinghausen infizierten sich mein Schulfreund Kay und ich mit dem Wespenvirus. Über ein Inserat in der damaligen Szenezeitschrift Motoretta wurden wir über den Scooter Run im Mai 1994 informiert und wollten uns diese Veranstaltung nicht entgehen lassen.

Kay auf seiner schwarzen Vespa PX 80 Lusso, welche er in Herne bei Runo gekauft hatte.Kay fuhr zu diesem Zeitpunkt schon eine schwarze Vespa PX80E Lusso. Ich hatte immer noch meine blaue Vespa PK 50 XL 2›, die mir langsam zu klein wurde. Für eine Fahrt auf der Landstraße würde die Fuffi wohl noch taugen, wenn ich im Windschatten der PX bliebe, dachte ich mir. Dieser Gedanke war durchaus sinnvoll, jedoch die Gegend um Hagen ist recht bergig und genau das mag diese PK 50 überhaupt nicht.

 

Die Anfahrt

Der Scooter Run begann zwar schon am Freitag, dem 27. Mai. Kay und ich fuhren aber am Samstag Vormittag zum Treffen. Der Freitag ist auf Scooter Runs traditionell ein Anreisetag. Wir wollten auch nur den Samstag auf dem Treffen bleiben. Auf Grund der schlechten Wetterlage mit häufigen Regenschauern blieben die Schlafsäcke und Zelte zu Hause. Nach einiger Fahrzeit erreichten Kay und ich die Stadt Hagen und schauten uns nach Rollerfahrern um. Wir trafen 2 Rollerfahrer auf PX aus Aachen. Auch sie waren auf der Suche nach dem Scooter Run. Wir fühlten uns ein wenig wie bestellt und nicht abgeholt, rauchten ein paar Zigaretten durch, als eine

schwarze Vespa T5 auf uns zu kam (siehe Foto). Der Fahrer war ein Mitglied des Hidden Power SC. Er teilte uns mit, dass der Run verlegt wurde und er uns nun zum Run Gelände führen wolle. Wir stiegen auf unsere Roller und fuhren weiter. Ich bekam nun auf den waldigen bergigen und kurvenreichen Landstraßen mit meiner Fuffi arge Probleme. Der Hidden Power T5 Fahrer erkannte mein Problem, fuhr hinter mich und schob mich an meinem Gepäckträger die Berge hoch. Glücklicherweise mussten wir keine längere Strecke mehr fahren und erreichten schnell das Rungelände, welches ländlich auf einer großen Wiese zwischen Wäldern aufgebaut wurde. Etwa 650 Rollerfahrer hatten sich laut Hidden Power SC an diesem Wochenende hier eingefunden.

Auf dem Run

Das Rungelände war auf Grund starker Regenfälle ziemlich aufgeweicht und unsere Roller quälten sich mit teilweise durchdrehenden Reifen durch den matschigen Schmodder. Die Mitglieder des Hidden Power Scooter Club haben sich jedoch viel Mühe gegeben, um das Rungelände begehbar zu machen. Der Hauptweg auf dem Gelände war mit Stroh ausgelegt, der Weg zu den 3 Dixi Klos wurde sogar mit Steinplatten ausgelegt. Es gab ein riesengroßes Zelt und für Bratwurst und Bier zu einem humanen Preis war auch gesorgt. Wir fanden einen Parkplatz für unsere Wespen und schauten uns ein wenig auf dem abgezäunten Platz um. Ich nahm meine Kamera aus dem Handschuhfach. Mir fiel sofort ein Roller auf, welcher sofort aus der Masse der anderen Roller heraus stieß. Es war der Customroller „Beauty and Mean“, welchen ich aus der Motoretta kannte und von der Customshow 1993 in der Vestlandhalle Recklinghausen›.

Customroller Vespa PX Beauty and Mean

 

Customroller Vespa PX "Beauty and Mean" 1994 auf dem Scooter Run in Sprockhövel.

Bei der ‘Beauty and Mean’ handelte es sich um eine Vespa PX Lusso. Die Lusso erkennt man an dem Ölschaubehälter für die Getrenntschmierung im Rahmen. Die alten deutschen PX Modelle hatten diese Getrenntschmierung noch nicht. Der Roller war aufwendig umgebaut worden. Über den Motor und seine Leistung sind keine Informationen mehr vorhanden. Ich kann mich erinnern, dass in der Motoretta ein dezentes Road-Tuning beschrieben wurde.

Die Lackierung dieses Rollers war herausragend hochwertig. Eine Art Marmorierungseffekt mit äußerst detailverliebten dunkelromantischen Airbrush Motiven nach den Vorlagen eines bekannten schweizer Künstlers (HR Giger), welcher auch die Alien-Kreaturen für einen erfolgreichen US-amerikanischen Science Fiction Film erschuf. Das wunderschöne Lackbild auf dem Blech ergänzten diverse verchromte Bauteile, wie Hebel, Auspuff, Felgen, Bremstrommeln und Achsaufnahme, Hauptständer und Fussbremse, Lenkerunterteil und Lüfterradabdeckung. Das Gesamtbild wurde wesentlich geprägt durch einen sogenannten Drop Bar, einem geneigten Lenker für die Vespa PX. Die Sitzbank wird eine Corsa gewesen sein, welche anscheinend neu gepolstert und mit einem schwarzen Leder überzogen wurde, welches definitiv nicht von der Stange war.

 

Heimreise

Kay und ich blieben bis zum späten Nachmittag. Es gab Benzingespräche, wir gönnten uns ein Bier und eine Bratwurst. Dann fuhren wir heim. Auf der Rückfahrt gab es keine besonderen Ereignisse mehr. Insgesamt war das Treffen trotz aller organisatorischen und Wetter bedingten Probleme ein tolles Ereignis mit einer sehr guten Stimmung.

Weitere Berichte zu dieser Veranstaltung

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